
Warum die Welt nicht aufhören kann, True Crime zu konsumieren
True Crime ist allgegenwärtig geworden. Laut aktuellen Studien von Edison Research und audiochuck konsumieren 84 % der US-amerikanischen Bevölkerung ab 13 Jahren True-Crime-Inhalte auf allen Plattformen – von Podcasts und Fernsehen bis hin zu Streaming-Dokumentationen und sozialen Medien. Die Hälfte aller Amerikaner mag True-Crime-Geschichten, 35 % konsumieren sie mindestens einmal pro Woche.
Der Hunger nach diesen Inhalten spiegelt sich in beeindruckenden Zahlen wider. True-Crime-Podcasts wurden seit 2014 über 211 Millionen Mal heruntergeladen, angeführt von der wegweisenden Serie *Serial*. Google-Suchen nach „true crime" summierten sich allein seit Januar 2022 auf 738.510, während die Geschichte von Anna Delvey in *Inventing Anna* 13,3 Millionen Suchanfragen generierte und damit zum meistgesuchten True-Crime-Inhalt in den Vereinigten Staaten in diesem Zeitraum wurde.
Auf Streaming-Plattformen dominiert das Genre. Eine Umfrage unter 1.002 True-Crime-Fans ergab, dass *Unsolved Mysteries* mit 56 % die Publikumsgunst anführt, gefolgt von *Dateline NBC* mit 49 %, während *Tiger King* und *The People v. O.J. Simpson* den dritten Platz teilen. True-Crime-Inhalte machen inzwischen 24 % der 451 meistgehörten Podcasts auf großen Plattformen wie Apple Podcasts und Spotify aus.
**Die Psychologie hinter der Obsession**
Warum sind Milliarden von Menschen fasziniert von Geschichten über Verbrechen und Mord? Die Forschung verweist auf konkrete Beweggründe. Unter den Hörern von True-Crime-Podcasts nennen 50 % Spannung und den Nervenkitzel als Grund, 50 % genießen es, Rätsel zu lösen, 49 % interessiert die Psychologie hinter kriminellem Verhalten, und 48 % sind von der Forensik fasziniert.
Die Anziehungskraft variiert je nach Inhaltstyp. Unter True-Crime-Konsumenten insgesamt interessieren sich 65 % für Mordfälle, 60 % für Serienmörder, 52 % für mordbasierte Inhalte, 45 % für Serienmorde, 37 % für Entführungen und 35 % für andere Verbrechenskategorien.
Die demografischen Daten zeigen ein klares Muster: Weiße Frauen stellen die größte Bevölkerungsgruppe unter den True-Crime-Konsumenten dar. Untersuchungen der University of Oregon legen nahe, dass dies mit der Angst vor Bedrohungen und dem Wunsch zusammenhängt, Gefahren durch den Medienkonsum besser zu verstehen. Bemerkenswert ist, dass die True-Crime-Opfer in populären Geschichten häufig weiß und weiblich sind – eine Dynamik, die das Publikumsinteresse in ähnlichen demografischen Gruppen möglicherweise verstärkt.
