Der große Rockerkrieg — Hells Angels gegen Bandidos in Dänemark
Wie eine blutige Fehde die nordeuropäische Gesetzgebung veränderte

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Der Krieg kommt nach Dänemark
Im Jahr 1993 begann zwischen den Hells Angels und den Bandidos ein Territorialkonflikt, der Skandinavien in Atem halten sollte. Was als Machtkampf um Drogenhandel und Schutzgelderpressung begann, eskalierte zum Großen Nordischen Rockerkrieg — einem bewaffneten Konflikt mit militärischen Ausmaßen mitten in friedlichen nordeuropäischen Städten.
Dänemark wurde besonders hart getroffen. In Dragør, Hellerup, Horsens und im alternativen Viertel Christiania detonierten Bomben, Schrotflinten wurden in Wohngebieten abgefeuert. Die Gewalt erreichte ihren schockierenden Höhepunkt im März 1996, als Bandidos-Mitglieder in Hamar, Norwegen, eine Panzerabwehrlenkwaffe auf das Clubhaus der Hells Angels abfeuerten. Nur durch Zufall wurden keine Passanten getötet.
Wenig später schlugen die Hells Angels zurück: In Stenløse, Dänemark, brachten sie eine Bombe am Bandidos-Clubhaus zur Explosion. Eine unbeteiligte Frau verlor dabei ihr Leben — das wohl tragischste Symbol dafür, wie weit die organisierte Kriminalität die öffentliche Sicherheit bedrohte.
Die gesetzgeberische Antwort des dänischen Staates
Die dänische Regierung reagierte mit beispiellosen Maßnahmen. Erstmals in der nordeuropäischen Rechtsgeschichte wurden gezielt Gesetze gegen Rockerclubs erlassen, die das Spannungsfeld zwischen Vereinsfreiheit und öffentlicher Sicherheit neu definierten.
