financial crime
Sammelbezeichnung für Straftaten, die auf unrechtmäßigen finanziellen Vorteil durch Nutzung, Manipulation oder Verschleierung von Vermögenswerten und Finanzsystemen gerichtet sind

Definition
Financial crime ist ein international gebräuchlicher Oberbegriff für strafbares Verhalten, das auf unrechtmäßigen finanziellen Vorteil durch die Nutzung, Manipulation oder Verschleierung von Vermögenswerten und Finanzsystemen abzielt. Es handelt sich nicht um einen einheitlich legaldefinierter Begriff des Völkerstrafrechts, sondern um eine Sammelkategorie für verschiedene Deliktskategorien.
Zu den Kernbereichen gehören insbesondere Betrug, Geldwäsche, Korruption, Terrorismusfinanzierung, Urkundenfälschung, Steuerdelikte und Marktmissbrauch. Diese Einzelmaterien werden jeweils durch nationale Strafgesetzgebungen erfasst und durch internationale Übereinkommen koordiniert. Die Financial Action Task Force (FATF) hat mit ihren Recommendations internationale Standards gesetzt, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.
Auf internationaler Ebene bilden vor allem das UN-Übereinkommen gegen transnationale organisierte Kriminalität sowie das UN-Übereinkommen gegen Korruption den rechtlichen Rahmen für die grenzüberschreitende Bekämpfung von Finanzkriminalität. Organisationen wie Interpol koordinieren die internationale Strafverfolgung in diesem Bereich.
Im True-Crime-Kontext bezeichnet financial crime dokumentierte reale Straftaten mit finanzieller Motivation oder erheblichen finanziellen Schadensfolgen. Die Bandbreite reicht von individuellen Betrugsfällen über komplexe Wirtschaftsdelikte bis hin zu organisierter Kriminalität mit systematischer Geldwäsche und Korruptionsnetzwerken.

