
Amagermanden: Wie Polizeifehler einen Serienmörder begünstigten
Dokumentarserie enthüllt systematisches Versagen im Fall Marcel Lychau Hansen
Der Fall, der Dänemark erschütterte
Eine Halloween-Feier wurde für eine Frau zum Verhängnis – ihre Tragödie beschäftigt die dänische Öffentlichkeit bis heute. Marcel Lychau Hansen, bekannt als "Amagermanden", verübte über einen Zeitraum von etwa 23 Jahren zwei Morde und sechs schwere Vergewaltigungen, bevor er im Jahr 2024 endlich gefasst werden konnte. Die gleichnamige Dokumentarserie "Amagermanden" taucht tief ein in die düstere Welt dieses Serienmörder und zeigt auf erschreckende Weise, wie systematische Fehler der Ermittlungsbehörden seine Verbrechensserie überhaupt erst ermöglichten.
Die Überführung nach Jahrzehnten
Der Durchbruch kam erst 2024, als DNA-Spuren von einem Kondom, das nach einem Übergriff in einer Schrebergartensiedlung auf der dänischen Insel Amager gefunden wurde, zu Hansen führten. Erst durch diesen DNA-Abgleich konnten die Ermittler die lange Verbrechensserie miteinander in Verbindung bringen – eine Verbindung, die schon Jahre früher hätte hergestellt werden müssen.
Das Urteil: Lebenslange Haft
Im Frühjahr 2025 verurteilte das Stadtgericht Kopenhagen Marcel Lychau Hansen zur höchsten Strafe des dänischen Rechtssystems: lebenslange Haft. Die Anklage umfasste zwei Morde und sechs schwere Vergewaltigungen. Lediglich in einem Fall – einem sexuellen Übergriff in Vangede aus dem Jahr 2007 – wurde Hansen freigesprochen. Der Prozess legte schonungslos offen, wie polizeiliche Versäumnisse und mangelnde Koordination zwischen verschiedenen Ermittlungseinheiten Hansen ermöglichten, über Jahrzehnte hinweg unentdeckt zu bleiben.


