
Der Menschenjäger – Wie die NDR-Doku den Göhrde-Mord aufklärte
Dokumentarserie rekonstruiert 21 Jahre Fahndung und DNA-Durchbruch
Quick Facts
Der Menschenjäger – Wie die NDR-Doku den Göhrde-Mord aufklärte
Der Norddeutsche Rundfunk erzählt in seiner preisnominierten Dokumentarserie „Der Menschenjäger – Der Göhrde-Mörder" die Geschichte einer der größten Fahndungen der deutschen Kriminalgeschichte: Vier Menschen wurden zwischen 1986 und 1989 auf einsamen Waldparkplätzen in der Göhrde-Region erschossen, der Täter blieb 21 Jahre lang unbekannt – bis eine DNA-Datenbank 2020 zum Durchbruch führte. Die dreiteilige Serie, die ab dem 22. Januar 2024 im Fernsehen lief und seitdem über eine Million Mal in der NDR-Mediathek aufgerufen wurde, rekonstruiert diesen Fall mit akribischer Genauigkeit und wurde 2025 für den Grimme-Preis nominiert.
Vier Morde in der Dunkelheit
Die Chronik des Schreckens beginnt an einem herbstlichen Tag 1986 an einem Parkplatz bei Rullstorf: Brunon Prokopic, 42 Jahre alt, wird erschossen. Eine Woche später folgt das nächste Opfer, die niederländische Touristin Marijke Claassens, 34, am Parkplatz Hohenzollernring. Drei Jahre später, im Sommer 1989, wird es wieder aktiv: Ingeborg B., 62, und Heinrich K., 62, sterben unter ähnlichen Umständen. Alle Tatorte liegen in der waldreichen Region zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, alle Opfer werden von einem unbekannten Schützen überrascht und getötet.
Die Serie dokumentiert nicht nur die brutalen Fakten, sondern auch die psychologische Last, die diese Morde auf die Ermittler legten. Uwe Müller vom Landeskriminalamt Niedersachsen wird in Interviews gezeigt, wie er über Jahrzehnte nach einer Spur suchte, die lange nicht existierte. Die erste Folge, die am 22. Januar 2024 ausgestrahlt wurde, widmet sich den Morden selbst und den frühen, frustrierend erfolglosen Ermittlungen.