Britta Nielsen: 117 Millionen Euro Betrug über 25 Jahre
Dänische Beamtin stahl Gelder für die Schwächsten der Gesellschaft

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Systematischer Betrug über ein Vierteljahrhundert
Britta Nielsen wurde im Februar 2020 wegen schweren Betrugs, Amtsmissbrauchs und Urkundenfälschung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Dänin hatte 40 Jahre lang beim dänischen Sozialamt gearbeitet – und genau diese Position über 25 Jahre hinweg systematisch ausgenutzt.
Von 1993 bis 2018 entwendete Nielsen insgesamt 117 Millionen Kronen (umgerechnet etwa 15,7 Millionen Euro) aus öffentlichen Mitteln. Die Tragik: Das Geld war für die schwächsten und hilfsbedürftigsten Menschen der dänischen Gesellschaft bestimmt – Menschen, die auf Unterstützung durch das Sozialsystem angewiesen waren.
Fiktive gemeinnützige Organisationen als Tarnung
Um den Betrug über so lange Zeit durchzuführen, entwickelte Nielsen ein ausgeklügeltes System. Sie gründete mehrere fiktive gemeinnützige Organisationen und Projekte, die nur auf dem Papier existierten. Die dazugehörigen Bankkonten liefen alle auf ihren eigenen Namen.
Durch diese Konstruktion konnte sie über Jahrzehnte hinweg erhebliche Summen auf ihre privaten Konten umleiten, ohne dass ihr Vorgehen auffiel. Die Kontrollmechanismen der Behörde versagten vollständig – ein erschreckendes Versagen des Systems, das eigentlich Transparenz und Kontrolle gewährleisten sollte.
Teilgeständnis vor Gericht
Vor Gericht räumte Nielsen den Betrug grundsätzlich ein, bestritt jedoch die von der Staatsanwaltschaft genannte Höhe der unterschlagenen Gelder. Das Gericht folgte ihr in diesem Punkt nicht und verurteilte sie wegen der vollen Summe von 117 Millionen Kronen.
