Die Verbrechen
Zwischen 1972 und 1978 beging John Wayne Gacy mindestens 33 Morde an jungen Männern und Jungen in und um sein Haus in Norwood Park Township, Cook County, Illinois. Die Verbrechen waren durch eine durchgängige und zynische Vorgehensweise gekennzeichnet: Gacy lockte die Opfer in sein Haus, häufig mit dem Angebot, in seinem Bauunternehmen zu arbeiten. Eines der Opfer war beispielsweise ein 15-jähriger Junge, der an Gacys Adresse erschien, um sich nach einer Stelle zu erkundigen. Sobald die Opfer in seiner Gewalt waren, vergewaltigte, folterte und ermordete Gacy sie. Der weitaus größte Teil der Leichen wurde direkt unter seinem Haus vergraben — eine Tatsache, die Ermittler und Öffentlichkeit gleichermaßen schockierte, als sie ans Licht kam.
Der Tatzeitraum erstreckte sich über sechs Jahre, vom ersten Mord im Jahr 1972 bis zum letzten im Jahr 1978, und spielte sich durchgehend in demselben geografisch eng begrenzten Gebiet im Chicagoer Vorort ab. Die hohe Opferzahl — mindestens 33 bestätigte Fälle — machte Gacy zu einem der produktivsten Serienmörder in der amerikanischen Kriminalgeschichte zu jener Zeit.
Das Opferprofil
Gacys Opfer waren junge Männer und Jungen. Die Quellen bestätigen, dass er seine Methode gezielt auf diese Gruppe ausrichtete und dass mindestens eines der Opfer erst 15 Jahre alt war. Die Opfer wurden typischerweise über Gacys berufliches Netzwerk und sein Bauunternehmen kontaktiert, das als Werkzeug diente, um scheinbar legitimen Kontakt herzustellen. Die soziale und berufliche Fassade, die Gacy aufgebaut hatte, ermöglichte es ihm, sich verletzlichen jungen Menschen zu nähern, ohne sofort Verdacht zu erregen.
Ermittlung und Prozess
Der entscheidende Durchbruch in den Ermittlungen ergab sich im Zusammenhang mit einem Vermisstenfall im Jahr 1978, der die Polizei veranlasste, den Blick auf Gacy zu richten. Am 21. Dezember 1978 wurde er festgenommen. Die anschließende Durchsuchung seines Grundstücks förderte die Leichen des Großteils seiner Opfer zutage, die unter dem Haus vergraben waren — ein Fund von bis dahin nie dagewesenem Ausmaß in der amerikanischen Kriminalgeschichte.
Im Jahr 1980 wurde Gacy vor Gericht gestellt und in allen 33 Mordfällen für schuldig befunden. Er wurde zum Tode verurteilt. Das Urteil war zum damaligen Zeitpunkt die höchste Anzahl an Mordverurteilungen, die in den USA gegen eine einzelne Person ausgesprochen worden war. Nach mehr als einem Jahrzehnt in der Todeszelle wurde John Wayne Gacy am 10. Mai 1994 in Statesville, Illinois, hingerichtet.
Medienberichterstattung
Der Fall John Wayne Gacy hat über Jahrzehnte hinweg eine umfangreiche Medienberichterstattung ausgelöst und fasziniert und erschreckt bis heute ein weltweites Publikum.
Unter den Dokumentarproduktionen findet sich **„John Wayne Gacy: Selbstporträt eines Serienmorders"** (2022), der Teil von Netflixs „Conversations with a Killer"-Reihe ist und Gacys eigene Aufnahmen in den Mittelpunkt stellt. Darüber hinaus wurde **„Der Killerclown: John Wayne Gacy"** produziert, ein Dokumentarfilm oder eine Dokumentarserie mit Schwerpunkt auf Gacys Doppelleben als Clown und Mörder. Ebenfalls verfügbar ist eine auf YouTube zugängliche Dokumentation unter dem Titel **„The Scariest Clown in the World: John Wayne Gacy"**.
Im Jahr 2025 erschien die fiktionalisierte Dramaserie **„Devil in Disguise: John Wayne Gacy"** — eine achtteilige Miniserie auf der Plattform Peacock in den USA sowie Sky/WOW in Europa, die weniger den Mörder selbst als vielmehr die Geschichten der Opfer in den Vordergrund stellt. Die Serie wurde sowohl auf sky.de als auch auf esquire.de besprochen, wobei Letzteres die opferzentrierte Perspektive besonders hervorhebt.
Im Bereich der Bücher zählen **„The Killer Clown: The True Story of John Wayne Gacy"** von Terry Sullivan und Peter T. Maiken (Pinnacle Books, 1983), **„Buried Child: The True Story of John Wayne Gacy"** von Brian J. Sawicki (Major Books, 1989) sowie **„John Wayne Gacy: Defending a Monster"** von Sam L. Amirante und Danny Broderick (Kentucky University Press, 2011) zu den bekanntesten Werken über den Fall.
Auch das Podcast-Format hat sich des Falls angenommen. Zu den bekannten Episoden zählen **Crime Junkies** mit der Folge „MURDERED: John Wayne Gacy" (2018) und **My Favorite Murders** mit der Folge „297: Clown Town" (2019), beide verfügbar auf Spotify und Apple Podcasts.
Die breit angelegte journalistische Berichterstattung begann bereits 1978–1979, als Chicagoer Medien über die Durchsuchung von Gacys Grundstück und die Entdeckung der unter dem Haus vergrabenen Leichen berichteten. Der Fall ist seitdem fester Bestandteil des True-Crime-Genres und hat nachweislich kulturellen Einfluss hinterlassen — er gilt unter anderem als eine der Inspirationsquellen, auf die im Zusammenhang mit Stephen Kings Darstellung der unheimlichen Clownsfigur in „Es" verwiesen wird.