Rasmussen lebte unter zahlreichen Alias-Namen, darunter "Bob Evans". Seine Spuren zogen sich quer durch die USA, vor allem durch New Hampshire und Kalifornien. Diese ständigen Identitätswechsel machten ihn für die Behörden fast unsichtbar – bis moderne DNA-Analyse ihm zum Verhängnis wurde.
Genetische Genealogie als Wendepunkt
Durch DNA-Analysen und die bahnbrechende Methode der genetischen Genealogie konnte bestätigt werden, dass Rasmussen für mindestens sechs Morde verantwortlich war. Diese Technik, bei der DNA-Spuren mit öffentlichen Stammbaumdatenbanken abgeglichen werden, revolutionierte die Aufklärung des Falls.
2019 identifizierten Ermittler drei der Opfer aus den Fässern: Marlyse Elizabeth Honeychurch, Rasmussens Partnerin oder Freundin, sowie ihre beiden Töchter Marie Elizabeth Vaughn und Sarah Lynn McWaters. Die Frauen waren aus seinem direkten Umfeld – ein Muster, das sich durch seine Verbrechen zog.
Das vierte Opfer: Rasmussens eigenes Kind
2025 gelang eine weitere erschütternde Identifizierung: Das vierte Opfer war Rasmussens eigene Tochter Rea Rasmussen. Die DNA-Analyse bewies die biologische Verwandtschaft. Der Täter hatte nicht nur seine Partnerin und deren Kinder ermordet, sondern auch sein eigenes Kind.
Rasmussen wurde außerdem für den Mord an der Krankenschwester Eunsoon Jun angeklagt, seiner damaligen Ehefrau. Für dieses Verbrechen wurde er 2002 verurteilt und zu einer Haftstrafe verurteilt. Er starb 2010 im Gefängnis, ohne dass alle seine Verbrechen vollständig aufgeklärt werden konnten.
Weitere Verdachtsfälle und vermisste Personen
Neben den identifizierten Opfern wird Rasmussen verdächtigt, für das Verschwinden oder den Tod weiterer Menschen verantwortlich zu sein. Dazu gehört seine frühere Freundin Denise Beaudin, die bis heute als vermisst gilt. Die Ermittler nutzen weiterhin genetische Genealogie und DNA-Analysen, um weitere potenzielle Opfer zu identifizieren und Rasmussens Bewegungen über die Jahre zu rekonstruieren.
Die wahre Zahl seiner Opfer könnte höher liegen als die bisher bekannten Fälle. Rasmussens Gewohnheit, ständig umzuziehen und seine Identität zu wechseln, erschwert die Arbeit der Ermittler erheblich.
Bedeutung für die moderne Kriminalistik
Der Bear Brook Fall gilt als historisch bedeutsam für die Kriminalistik. Er war einer der ersten Fälle, in denen genetische Genealogie zur Identifizierung eines Serienmörder eingesetzt wurde. Die Methode kombiniert Bürgerbeteiligung durch Amateur-Ermittler mit traditioneller Polizeiarbeit.
Der Erfolg dieser Technik hat seitdem ähnliche Ansätze in anderen ungelösten Mordfällen inspiriert. Von der Identifizierung des Golden State Killers bis zu zahllosen Cold Cases – die Bear Brook Morde haben gezeigt, dass auch Jahrzehnte alte Verbrechen noch aufgeklärt werden können.
Die Zusammenarbeit zwischen professionellen Ermittlern, Genealogie-Experten und engagierten Bürgern schuf ein neues Modell der Verbrechensaufklärung. Was in Bear Brook begann, ist heute Standard in der modernen Forensik.