Das Design war revolutionär, futuristisch und einzigartig. Doch der kommerzielle Erfolg blieb aus. Technische Probleme, vor allem elektrische Defekte, plagten das Fahrzeug von Anfang an. Die Verkaufszahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück.
Der finanzielle Zusammenbruch
Anfang 1982 zog die britische Regierung, die das Unternehmen mit Subventionen unterstützt hatte, ihre Finanzierung zurück. Die DeLorean Motor Company wurde für insolvent erklärt – mit Schulden in Höhe von 17 Millionen US-Dollar. John DeLorean stand mit dem Rücken zur Wand.
Genau diese finanzielle Verzweiflung machte ihn zu einem leichten Ziel für James Hoffman, einen FBI-Informanten mit eigener krimineller Vergangenheit. Hoffman wurde vom FBI beauftragt, DeLorean in ein Kokain-Geschäft zu verwickeln – eine verdeckte Operation, die angeblich einen Deal im Wert von 24 Millionen US-Dollar betraf.
Die Falle schnappt zu
Im Hotel nahe dem Flughafen von Los Angeles wurde DeLorean etwa 25 bis 27 Kilogramm Kokain präsentiert, das mit einem Straßenverkaufswert von rund 6,5 Millionen US-Dollar beziffert wurde. Unmittelbar danach schlugen die FBI-Agenten zu. DeLorean wurde festgenommen und gegen eine Kaution von 5 Millionen US-Dollar wieder freigelassen. Ihm drohten bis zu 67 Jahre Haft.
Doch während die Ermittlungen voranschritten, kam ein entscheidendes Detail ans Licht: James Hoffman hatte gegenüber dem ehemaligen DEA-Agenten Gerald Scotti damit geprahlt, er werde "John DeLorean kriegen", nachdem er von dessen finanziellen Problemen in der Zeitung gelesen hatte. Es war nicht DeLorean, der aktiv nach einem illegalen Ausweg suchte – es war Hoffman, der ihn systematisch in die Falle lockte.
Entrapment: Wenn der Staat zur Falle wird
DeLorean selbst beschrieb die Ereignisse in Briefen an seinen Anwalt als eine "aufwendig inszenierte Schauspielerei". Sein Verteidigungsteam argumentierte, dass er Opfer von "Entrapment" geworden sei – einer illegalen Praxis, bei der Strafverfolgungsbehörden eine Person dazu verleiten, eine Straftat zu begehen, die sie sonst niemals begangen hätte.
Am 16. August 1984 sprach die Jury John DeLorean in allen Anklagepunkten frei. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass die Regierung ihre Befugnisse missbraucht hatte. DeLorean war kein Drogenhändler – er war ein verzweifelter Geschäftsmann, der von einem FBI-Informanten manipuliert worden war.
Ein Pyrrhussieg
Doch der Freispruch kam zu spät. Die DeLorean Motor Company hatte längst Insolvenz angemeldet und den Betrieb eingestellt. Sein Name war für immer mit dem Kokain-Skandal verbunden – nicht mit seinen ingenieurtechnischen Leistungen oder seiner Vision eines amerikanischen Traumautos.
Die Öffentlichkeit erinnerte sich nicht mehr an den innovativen Automobildesigner, sondern an den Mann, der in einem Hotelzimmer neben Koffern voller Kokain stand – auch wenn er nie schuldig war.
Das Vermächtnis eines Falls
Der Fall John DeLorean wirft bis heute wichtige Fragen auf: Wie weit dürfen Strafverfolgungsbehörden gehen, um Verbrechen aufzudecken? Wo liegt die Grenze zwischen legitimen verdeckten Ermittlungen und illegaler Manipulation?
DeLoreans Absturz illustriert beide Seiten dieser Medaille: die Verzweiflung, zu der finanzielle Not Menschen treiben kann, und die Gefahren eines Justizsystems, das seine eigenen Grenzen überschreitet. Er wurde nie wegen Drogenhandels verurteilt – doch seine Karriere und sein Vermächtnis als Industriepionier waren unwiderruflich zerstört.
Der DeLorean DMC-12 mit seinen ikonischen Flügeltüren erlangte später durch die Filmreihe "Zurück in die Zukunft" Kultstatus – eine bittere Ironie für einen Mann, dessen eigene Zukunft durch einen einzigen, von der Regierung orchestrierten Moment zerstört wurde.