
Die RAF — Deutschlands blutigste Terrororganisation 1970–1998
34 Tote, Deutscher Herbst und der Tod in Stammheim
Quick Facts
Die Entstehung der RAF
Die Rote Armee Fraktion entstand 1970 aus der Studentenbewegung der späten 1960er-Jahre. Andreas Baader, Gudrun Ensslin und die Journalistin Ulrike Meinhof waren die intellektuellen und operativen Köpfe einer Gruppe, die den bewaffneten Kampf gegen das "imperialistische System" der Bundesrepublik Deutschland propagierte. Die Befreiung Baaders aus der Haft im Mai 1970, bei der ein Bibliothekar erschossen wurde, markierte den Beginn des bewaffneten Terrors.
Die ersten Jahre waren geprägt von Banküberfällen zur Finanzierung, dem Aufbau konspirativer Strukturen und der Flucht nach Jordanien, wo Mitglieder bei der Fatah ein paramilitärisches Training absolvierten. Zurück in Deutschland begann die RAF 1972 mit ihrer Bombenattentate Deutschland Offensive: Bombenanschläge auf US-Einrichtungen, das Springer-Hochhaus in Hamburg und auf Polizeistationen forderten vier Todesopfer und Dutzende Verletzte.
Die erste Generation und Stammheim
Bereits im Juni 1972 gelang es den Sicherheitsbehörden, die Führungsriege der RAF zu verhaften. Baader, Ensslin, Meinhof und weitere Mitglieder wurden in Stuttgart-Stammheim inhaftiert, wo ab 1975 der spektakuläre Prozess gegen die Terroristen begann. Der Prozess war von Hungerstreiks, Selbstverletzungen und politischen Erklärungen der Angeklagten geprägt.
Ulrike Meinhof erhängte sich am 9. Mai 1976 in ihrer Zelle. Ihre Mitgefangenen und Unterstützer sprachen von Mord, doch die offizielle Version lautete Suizid. Der Prozess endete im April 1977 mit lebenslangen Haftstrafen für Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe. Doch damit war die Gewalt nicht beendet — sie eskalierte.


