Ransomware-Angriff auf Uniklinik Düsseldorf 2020
Cyberangriff mit Todesfolge

Sagsdetaljer
Quick Facts
Der Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf
Am 10. September 2020 wurde das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD), eines der wichtigsten Krankenhäuser im Rheinland, Opfer eines massiven Ransomware-Angriffs. Hacker der Cyberkriminellen-Gruppe Netwalker verschlüsselten kritische IT-Systeme und forderten Lösegeld. Der Angriff entwickelte sich zu einer der schwersten Cyberkriminalität-Attacken auf kritische Infrastruktur in Europa und zog nationale wie internationale Sicherheitsbehörden in den Fall.
Ablauf und dramatische Folgen
Die Angreifer infiltrierten die IT-Systeme des Krankenhauses und verschlüsselten lebenswichtige Daten. Wie bei typischen Ransomware-Angriffen forderten die Täter ein Lösegeld – in diesem Fall rund 2,5 Millionen Euro – für die Entschlüsselung der Systeme. Die Uniklinik musste Teile ihres Betriebs einstellen, weil Ärzte und Pflegepersonal nicht mehr auf elektronische Patientenakten und andere medizinische Systeme zugreifen konnten.
Besonders tragisch: Der Angriff hatte direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Eine 78-jährige Frau, die dringend eine Krebsbehandlung benötigte, wurde abgewiesen und musste in ein anderes Krankenhaus gebracht werden. Sie verstarb kurz darauf an einem Schlaganfall. Obwohl ein direkter Kausalzusammenhang nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, wurde ihr Tod in den Medien mit dem Cyberangriff in Verbindung gebracht. Der Fall warf grundsätzliche Fragen zum Krisenmanagement von Krankenhäusern und ihrer Vorbereitung auf Cyberangriffe auf.


