Remmo-Clan zu Haftstrafen verurteilt: Juwelenraub in Dresden
Mitglieder des berüchtigten Berliner Clans stahlen historische Schmuckstücke im Wert von über 113 Millionen Euro aus dem Grünen Gewölbe

Mitglieder des berüchtigten Berliner Clans stahlen historische Schmuckstücke im Wert von über 113 Millionen Euro aus dem Grünen Gewölbe

In den frühen Morgenstunden des 25. Oktober 2022 drangen Mitglieder des berüchtigten Remmo-Clans in das Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ein und verübten einen der spektakulärsten Kunstraub-Fälle in der europäischen Geschichte. Gegen 5 Uhr morgens durchtrennten die Täter zunächst ein Stromkabel an einem Verteilerkasten in der Burgstraße, um die Alarmanlage lahmzulegen. Anschließend bohrten sie sich durch eine Betonwand in einen Kellerraum und gelangten über eine Wendeltreppe in die Ausstellungsräume.
Die Beute war außergewöhnlich: 21 Schmuckstücke aus dem 18. Jahrhundert, verziert mit Diamanten, Rubinen und Smaragden. Der Versicherungswert der gestohlenen Kunstschätze belief sich auf über 113 Millionen Euro. Die Polizei identifizierte drei Tatorte und sicherte zahlreiche Spuren.
Die Ermittlungen führten schnell zum in Berlin ansässigen Remmo-Clan, einer arabischstämmigen Kriminelle Vereinigung, die für über 100 Einbrüche und Raubüberfälle bekannt ist. Abdul Salam R., geboren 1991, war der Drahtzieher. Er plante und führte den Raub zusammen mit seinem Bruder Mohamed R., dem Cousin Ahmad R., Wissam R. und einer fünften Person durch.
Einbruch im Grünen Gewölbe
Remmo-Clan stiehlt 21 Juwelen im Wert von über 113 Millionen Euro aus dem Dresdner Residenzschloss
Razzia in Berlin-Neukölln
Polizei findet 11 der 21 gestohlenen Juwelen in einer Wohnung, acht Personen werden festgenommen
Prozessbeginn in Dresden
Das Landgericht Dresden eröffnet das Verfahren gegen Abdul Salam R. und Mitangeklagte
Urteilsverkündung
Abdul Salam R. erhält 8½ Jahre Haft, weitere Clan-Mitglieder werden ebenfalls verurteilt
Der Clan hatte sich auf Museumsdiebstähle spezialisiert und agierte hochprofessionell. DNA-Spuren an Handschuhen und Werkzeugen sowie Videoaufnahmen und Fahrzeugspuren bildeten die Grundlage für die Ermittlungen.
Den entscheidenden Durchbruch erzielten die Ermittler bei einer Razzia in einer Wohnung in Berlin-Neukölln im Jahr 2023. Dort fanden die Beamten 11 der 21 gestohlenen Schmuckstücke im Wert von rund 60 Millionen Euro, versteckt in einer Box. Außerdem stellten sie Werkzeuge mit DNA-Spuren von Abdul Salam R. sicher. Insgesamt wurden acht Personen festgenommen.
Ein erheblicher Teil der Beute war jedoch bereits zerstört worden – vermutlich um Versicherungsbetrug zu vermeiden oder die Stücke unkenntlich zu machen. Zehn der wertvollen historischen Juwelen wurden nie wiedergefunden.
Ab Juni 2024 verhandelte das Landgericht Dresden den Fall. Die Verhandlungen zogen sich über Monate hin mit Zeugenaussagen, DNA-Beweisen und familieninternen Konflikten. Der Richter bezeichnete den Diebstahl als "geplanten Clan-Einbruch von hoher Schwere gegen Kulturgut".
Die Urteile wurden im Februar 2025 gesprochen: Abdul Salam R. erhielt als Hauptplaner 8 Jahre und 6 Monate Haft. Sein Bruder Mohamed R. bekam 6 Jahre und 8 Monate, der Cousin Ahmad R. erhielt für den Transport der Beute 5 Jahre und 3 Monate. Wissam R. wurde wegen Hehlerei zu 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt.
Der Einbruch im Grünen Gewölbe erschütterte nicht nur die Kulturwelt, sondern zeigte auch die Verwundbarkeit von Museen gegenüber organisierter Kriminalität. Trotz der teilweisen Rückführung der Beute stellt der Verlust von zehn unersetzlichen Schmuckstücken aus dem 18. Jahrhundert einen schweren Schlag für das deutsche Kulturerbe dar. Die zerstörten Juwelen können niemals rekonstruiert werden.
Die Dresdner Polizeiführung bezeichnete die Aufklärung als Erfolg. Die Urteile senden ein Signal an kriminelle Clans, dass selbst spektakuläre Kunstraubfälle nicht ungestraft bleiben. Doch die Frage bleibt: Wie können Museen künftig besser vor professionell geplanten Einbrüchen geschützt werden?