Sanjay Shah – Cum-Ex-Betrug in Höhe von 9 Milliarden Kronen
Den britisk-indiske finansmand bag Danmarks største skattesag nogensinde

Sanjay Shah, britischer Staatsbürger indischer Herkunft, ist der Hauptverantwortliche hinter dem umfangreichsten Steuerfall in der Geschichte Dänemarks. Von seiner Luxusvilla in Dubai aus baute er im Zeitraum 2012–2015 ein internationales Netzwerk finanzieller Mittelsleute auf, das das dänische System zur Erstattung von Dividendensteuer systematisch manipulierte. Der Fall hat die dänische Steuerverwaltung erschüttert und zu einer grundlegenden Reform von SKAT geführt, die anschließend in die Skatteforvaltningen und die Gældsstyrelsen umgewandelt wurde.
Cum-Ex ist eine Finanzkonstruktion, die eine Lücke in der Steuergesetzgebung vieler Länder im Zusammenhang mit Dividenden aus Aktien ausnutzt. Der Name stammt aus dem Lateinischen: cum (mit) und ex (ohne) – ein Verweis auf Aktien, die in einer Grauzone rund um den Ausschüttungstermin mit und ohne Dividendenanspruch gehandelt werden.
In der dänischen Variante beantragten Shah und sein Netzwerk die Erstattung von Dividendensteuer, die dem dänischen Staat tatsächlich nie gezahlt worden war. Die Konstruktion funktionierte so, dass Aktien in einer solchen Geschwindigkeit und Komplexität verliehen und gehandelt wurden, dass SKAT nicht erkennen konnte, dass derselbe Aktienbestand die Grundlage für mehrere gleichzeitige Erstattungsanträge bildete. Jedes Glied in der Kette – Banken, Aktienmakler, Pensionskassen und Briefkastengesellschaften – kassierte einen Teil des unrechtmäßigen Gewinns.
Solo Capital und das dahinterstehende Netzwerk
Shahs finanzielles Vehikel war der in London gegründete Hedgefonds Solo Capital Partners. Über Solo Capital koordinierte er Hunderte von Transaktionen, die Aktien großer dänischer börsennotierter Unternehmen betrafen, vorwiegend im Zeitraum 2012 bis 2015. Das Netzwerk erstreckte sich über Länder wie Großbritannien, die USA, Malaysia, Luxemburg und die Vereinigten Arabischen Emirate.


