Stuttgart-Fehde: 137 Jahre Haft für 43 Angeklagte
Massiv domfældelelse afslutter års langvarig bandekrig i Tyskland

Sagsdetaljer
Quick Facts
Europas größter Bandenkonflikt findet sein Ende
Die sogenannte Stuttgart-Fehde gilt als einer der umfassendsten und gewalttätigsten Bandenkonflikte, die Europa in jüngerer Zeit erlebt hat. Mit der Verurteilung von 43 Personen zu insgesamt 137 Jahren Haft hat das Landgericht Stuttgart den Fall zu einem vorläufigen Abschluss gebracht – ein Urteil, das die Schwere der organisierten Kriminalität in Süddeutschland unmissverständlich unterstreicht.
Die Fehde entstand zwischen konkurrierenden Rockergruppen und Bandennetzwerken, die um die Kontrolle über Territorien, den Drogenhandel und andere kriminelle Einnahmequellen im Raum Stuttgart kämpften. Über mehrere Jahre hinweg eskalierte der Konflikt zu massiver Gewalt, die die öffentliche Sicherheit der Bevölkerung bedrohte und einen enormen polizeilichen Einsatz erforderte.
Schießereien und Sprengstoffanschläge
Während der Fehde war die Region von sogenannten Drive-by-Schießereien, Bandenauseinandersetzungen an öffentlichen Orten und gezielten Anschlägen geprägt. Sprengstoffanschläge auf Gebäude und Fahrzeuge wurden als Einschüchterungsmittel zwischen den rivalisierenden Gruppen eingesetzt. Diese Taten forderten Todesopfer unter Bandenmitgliedern und verletzten unbeteiligte Zivilisten, die zufällig in die Gewalt gerieten.
Unter den 43 Verurteilten befinden sich sowohl Anführer der Bandengruppen als auch aktive Mitglieder, die an den kriminellen Operationen unmittelbar beteiligt waren oder diese unterstützt haben. Die Arbeit der Staatsanwaltschaft, die Rolle jedes Einzelnen in der Fehde zu dokumentieren, erforderte umfangreiche Ermittlungsarbeit – darunter die Auswertung von Kommunikationsdaten, Zeugenaussagen und Überwachungskameraaufnahmen.
Langjährige Ermittlungen
Die Ermittlungen zur Stuttgart-Fehde waren außerordentlich ressourcenintensiv und banden sowohl lokale als auch Bundesbehörden. Die Polizei musste eigens Sonderkommissionen einrichten, um der alltäglichen Gewalt Herr zu werden und die Täter hinter den einzelnen Anschlägen zu identifizieren. Die Komplexität der Aufklärung wurde durch das geschlossene Milieu des Bandenwesens und die Angst potenzieller Zeugen erheblich erschwert.
Auch die Gerichtsverfahren waren aufwendig und zogen sich über einen langen Zeitraum hin. Das Gericht musste die Beweise gegen jeden einzelnen Angeklagten innerhalb des Systems sorgfältig abwägen, was zu unterschiedlichen Strafmaßen führte – abhängig vom jeweiligen Grad der Beteiligung und der Rolle der Person innerhalb der Organisation.

