Bear Brook Morde: Der Chameleon Killer und seine Opfer
Wie genetische Genealogie den Serienmörder Terry Rasmussen entlarvte

Sagsdetaljer
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Wie genetische Genealogie den Serienmörder Terry Rasmussen entlarvte

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Im Bear Brook State Park nahe Allenstown in New Hampshire machte die Polizei zwei grausame Entdeckungen. 1985 stießen Ermittler auf das erste Fass mit menschlichen Überresten, 2000 folgte ein zweites. Die Identität der Opfer blieb jahrzehntelang ein Rätsel – eines der größten in der amerikanischen Kriminalgeschichte.
Die Ermittler standen vor einem nahezu unlösbaren Fall. Ohne Identität der Opfer fehlten Ansatzpunkte, ohne Täter keine Spur zu den Opfern. Der Fall drohte zu den Cold Cases zu werden, die niemals aufgeklärt werden.
Erst 2017 – 32 Jahre nach dem ersten Fund – gelang der Durchbruch. Terry Peder Rasmussen wurde als Hauptverdächtiger identifiziert. Der amerikanische Karrierekriminelle hatte sich einen makabren Ruf erworben: Er wechselte ständig seine Identität und seinen Wohnort, was ihm den Spitznamen "Chameleon Killer" einbrachte.
Erstes Fass entdeckt
Im Bear Brook State Park wird das erste Fass mit menschlichen Überresten gefunden. Es enthält die Leichen einer Frau und eines Kindes.
Zweites Fass gefunden
Nur wenige Meter vom ersten Fundort entfernt wird ein zweites Fass mit den Überresten zweier weiterer Kinder entdeckt.
Rasmussen wegen Mordes verurteilt
Terry Rasmussen wird wegen des Mordes an seiner Ehefrau Eunsoon Jun verurteilt und zu einer Haftstrafe verurteilt.
Tod in Haft
Terry Rasmussen stirbt im Gefängnis, ohne dass alle seine Verbrechen vollständig aufgeklärt wurden.
Rasmussen als Täter identifiziert
Durch DNA-Analysen wird Terry Rasmussen 32 Jahre nach dem ersten Fund als Hauptverdächtiger der Bear Brook Morde identifiziert.
Drei Opfer identifiziert
Mithilfe genetischer Genealogie werden Marlyse Honeychurch und ihre Töchter Marie Vaughn und Sarah McWaters als Opfer identifiziert.
Viertes Opfer identifiziert
DNA-Analyse bestätigt, dass das vierte Opfer Rasmussens eigene Tochter Rea Rasmussen war.
Rasmussen lebte unter zahlreichen Alias-Namen, darunter "Bob Evans". Seine Spuren zogen sich quer durch die USA, vor allem durch New Hampshire und Kalifornien. Diese ständigen Identitätswechsel machten ihn für die Behörden fast unsichtbar – bis moderne DNA-Analyse ihm zum Verhängnis wurde.
Durch DNA-Analysen und die bahnbrechende Methode der genetischen Genealogie konnte bestätigt werden, dass Rasmussen für mindestens sechs Morde verantwortlich war. Diese Technik, bei der DNA-Spuren mit öffentlichen Stammbaumdatenbanken abgeglichen werden, revolutionierte die Aufklärung des Falls.
2019 identifizierten Ermittler drei der Opfer aus den Fässern: Marlyse Elizabeth Honeychurch, Rasmussens Partnerin oder Freundin, sowie ihre beiden Töchter Marie Elizabeth Vaughn und Sarah Lynn McWaters. Die Frauen waren aus seinem direkten Umfeld – ein Muster, das sich durch seine Verbrechen zog.
2025 gelang eine weitere erschütternde Identifizierung: Das vierte Opfer war Rasmussens eigene Tochter Rea Rasmussen. Die DNA-Analyse bewies die biologische Verwandtschaft. Der Täter hatte nicht nur seine Partnerin und deren Kinder ermordet, sondern auch sein eigenes Kind.
Rasmussen wurde außerdem für den Mord an der Krankenschwester Eunsoon Jun angeklagt, seiner damaligen Ehefrau. Für dieses Verbrechen wurde er 2002 verurteilt und zu einer Haftstrafe verurteilt. Er starb 2010 im Gefängnis, ohne dass alle seine Verbrechen vollständig aufgeklärt werden konnten.
Neben den identifizierten Opfern wird Rasmussen verdächtigt, für das Verschwinden oder den Tod weiterer Menschen verantwortlich zu sein. Dazu gehört seine frühere Freundin Denise Beaudin, die bis heute als vermisst gilt. Die Ermittler nutzen weiterhin genetische Genealogie und DNA-Analysen, um weitere potenzielle Opfer zu identifizieren und Rasmussens Bewegungen über die Jahre zu rekonstruieren.
Die wahre Zahl seiner Opfer könnte höher liegen als die bisher bekannten Fälle. Rasmussens Gewohnheit, ständig umzuziehen und seine Identität zu wechseln, erschwert die Arbeit der Ermittler erheblich.
Der Bear Brook Fall gilt als historisch bedeutsam für die Kriminalistik. Er war einer der ersten Fälle, in denen genetische Genealogie zur Identifizierung eines Serienmörder eingesetzt wurde. Die Methode kombiniert Bürgerbeteiligung durch Amateur-Ermittler mit traditioneller Polizeiarbeit.
Der Erfolg dieser Technik hat seitdem ähnliche Ansätze in anderen ungelösten Mordfällen inspiriert. Von der Identifizierung des Golden State Killers bis zu zahllosen Cold Cases – die Bear Brook Morde haben gezeigt, dass auch Jahrzehnte alte Verbrechen noch aufgeklärt werden können.
Die Zusammenarbeit zwischen professionellen Ermittlern, Genealogie-Experten und engagierten Bürgern schuf ein neues Modell der Verbrechensaufklärung. Was in Bear Brook begann, ist heute Standard in der modernen Forensik.