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Central Park Five: Fünf Unschuldige für Vergewaltigung verurteilt

Wie erzwungene Geständnisse 1989 zu einem der größten Justizirrtümer der USA führten

En figur, der ligner Donald Trump, holder en avis med en fed overskrift uden for en domstol i Manhattan, mens en flok af journalister og demonstranter samles i baggrunden
BEVIS

Klassifikation:

Voldtægt
Justismord
Dna bevis
Racisme
New York
USA
Teenager
Retssag

Quick Facts

Gerningsmand(e)Matias Reyes
Offer(e)Trisha Meili
GerningsstedCentral Park, Manhattan, New York City
Gerningsdato1989-04-19
ForbrydelsestypeVoldtægt og overfald
Medier
Falsk tilståelse
Familiemord
Overgreb
Netflix
mordssag
justitsmordet
mordsager

Der Überfall im Central Park

Am Abend des 19. April 1989 wurde die 28-jährige Investmentbankerin Trisha Meili beim Joggen im Central Park in Manhattan brutal überfallen und vergewaltigt. Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass sie tagelang im Koma lag und sich später an nichts erinnern konnte. In derselben Nacht wurde auch John Loughlin Opfer eines gewaltsamen Überfalls und Raubüberfalls im Park.

Die Vergewaltigung löste in New York eine Welle der Empörung aus. Die Polizei stand unter enormem Druck, den Fall schnell aufzuklären.

Die Verhaftung der fünf Teenager

Noch in derselben Nacht wurden fünf Jugendliche afroamerikanischer und hispanischer Herkunft festgenommen: Antron McCray (15), Kevin Richardson (14), Yusef Salaam (15), Raymond Santana (14) und Korey Wise (16). Sie hatten sich zur Tatzeit im Park aufgehalten.

Zeitlinie

19. April 1989

Überfall im Central Park

Trisha Meili wird beim Joggen brutal überfallen und vergewaltigt. John Loughlin wird in derselben Nacht ebenfalls attackiert.

20. April 1989

Verhaftung der fünf Teenager

Antron McCray, Kevin Richardson, Yusef Salaam, Raymond Santana und Korey Wise werden festgenommen und verhört.

18. August 1989

Verurteilung

Alle fünf Teenager werden trotz fehlender DNA-Übereinstimmung schuldig gesprochen und zu 6 bis 13 Jahren Haft verurteilt.

1. Januar 2002

Geständnis des wahren Täters

Matias Reyes gesteht die alleinige Täterschaft. Seine DNA stimmt mit den Tatortspuren überein.

1. Dezember 2002

Aufhebung der Urteile

Ein Richter hebt alle fünf Urteile auf. Die Männer werden für unschuldig erklärt und vollständig rehabilitiert.

1. Juni 2014

Vergleich mit der Stadt New York

Die Stadt New York zahlt den fünf Männern insgesamt 41 Millionen Dollar Schadensersatz.

Nach stundenlangen Verhören ohne elterlichen oder anwaltlichen Beistand legten alle fünf Teenager Geständnis ab – teils schriftlich, teils auf Video aufgezeichnet. Diese Geständnisse bildeten später die Hauptgrundlage für ihre Verurteilung.

Die Verurteilung trotz fehlender DNA-Beweise

Am 18. August 1989 wurden alle fünf Jugendlichen wegen des Überfalls und der Vergewaltigung schuldig gesprochen. Die Strafen reichten von 6 bis 13 Jahren Haft.

Dabei gab es ein gravierendes Problem: Die DNA-Spuren vom Tatort stimmten mit keinem der fünf Angeklagten überein. Dieser Umstand wurde während der Prozesse jedoch nicht ausreichend berücksichtigt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die DNA könne von einem weiteren, unbekannten Täter stammen.

Die fünf Teenager widerriefen ihre Geständnisse bereits kurz nach den Verhören und behaupteten, die Polizei habe sie unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und zu den Falschaussage gezwungen. Doch ihre Aussagen fanden vor Gericht kein Gehör.

Der wahre Täter gesteht

Im Jahr 2002 – nachdem alle fünf Männer ihre Strafen bereits verbüßt hatten – nahm der Fall eine dramatische Wendung. Der verurteilte Vergewaltiger und Mörder Matias Reyes, der bereits wegen anderer Verbrechen lebenslänglich im Gefängnis saß, gestand, dass er allein für den Überfall auf Trisha Meili verantwortlich war.

Reyes' DNA stimmte eindeutig mit den Spuren vom Tatort überein. Seine detaillierten Aussagen über die Tat enthielten Informationen, die nur der wahre Täter wissen konnte. Damit war zweifelsfrei bewiesen, dass die fünf Männer unschuldig waren.

Aufhebung der Urteile und Rehabilitation

Noch im Jahr 2002 hob ein Richter alle fünf Urteile auf. Die Männer wurden für unschuldig erklärt und vollständig rehabilitiert. Gegen Matias Reyes konnte zu diesem Zeitpunkt keine Anklage mehr erhoben werden, da die Verjährungsfrist bereits abgelaufen war.

Die fünf Männer verklagten später die Stadt New York auf Schadensersatz. 2014 einigte sich die Stadt auf eine Zahlung von 41 Millionen US-Dollar – ein Eingeständnis des massiven Justizirrtums.

Ein Symbol für systemisches Versagen

Der Fall der Central Park Five gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele für Fehlurteile im amerikanischen Justizsystem. Er zeigt exemplarisch, wie erzwungene Geständnisse, Vorurteile und der Druck der Öffentlichkeit zu gravierenden Fehlentscheidungen führen können.

Die Geschichte wurde 2019 in der Netflix-Serie "When They See Us" von Regisseurin Ava DuVernay aufgearbeitet und erreichte dadurch ein weltweites Publikum. Die Serie trug maßgeblich dazu bei, das Bewusstsein für Justizirrtümer und die Problematik falscher Geständnisse zu schärfen.