• Krimidex

Melde dich für unseren Newsletter an und erhalte die neuesten Storys

Verpasse nie die neuesten True-Crime-Nachrichten, Rezensionen und Top-Listen – plus neue Podcasts, Serien, Filme und Bücher.

Du kannst dich jederzeit mit einem Klick abmelden.

Kriminyt Logo

True Crime auf Deutsch — Fälle, Nachrichten, Serien, Podcasts und mehr.

© 2026 truecrime.news

Sagsmappe

Koma-Killer von Berlin 2012

Krankenschwester vergiftete Patienten mit Insulin

Koma-Killer Berlin 2012
BEVIS

Klassifikation:

Sygeplejerske
hospitalsmord
insulin
Berlin
Tyskland
koma
medicinalforbrydelse
patientvold

Quick Facts

Gerningsmand(e)Dirk P.
Offer(e)Alexander M., Nicky M., Peter M.
GerningsstedBerlin, Tyskland
Gerningsdato2012-04-26 til 2012-05-16
ForbrydelsestypeMord og mordforsøg med GHB

Koma-Killer von Berlin 2012

Im Sommer 2012 ermittelte die Berliner Polizei in einem schwerwiegenden Fall auf der Intensivstation der Charité: Mehrere Patienten waren ohne erkennbaren Grund nach Insulin-Injektionen ins Koma gefallen. Die plötzliche Verschlechterung ihres Zustands war für die Ärzte unerklärlich, bis das Krankenhaus die Behörden alarmierte.

Die Entdeckung

Die Abteilung hatte ein ungewöhnliches Muster festgestellt: Mehrere Patienten ohne vorbestehende Diabetes-Erkrankung wurden mit hohen Insulin-Dosen behandelt. Ihre Blutzuckerwerte sanken dramatisch ab, was sie in ein lebensgefährliches hypoglykämisches Koma versetzte. Der Krankenhausleitung fiel auf, dass die Dosen ohne ärztliche Anordnung verabreicht worden waren.

Eine 42-jährige deutsche Krankenschwester geriet in Verdacht, Patienten ohne medizinische Indikation Insulin injiziert zu haben. Als Motiv wurde Aufmerksamkeitssucht oder pathologisches Kontrollbedürfnis über Patienten vermutet – ein als Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom bekanntes Phänomen.

Zeitlinie

15. Juni 2012

Unerklärliche Koma-Fälle in der Charité

Die Intensivstation des Krankenhauses entdeckt, dass mehrere Patienten ohne Diabetes-Diagnose nach Insulin-Injektionen ins Koma fallen.

10. Juli 2012

Polizei wird eingeschaltet

Die Krankenhausleitung erstattet Anzeige bei der Berliner Polizei, nachdem das Muster der Vergiftungen deutlich wird.

20. August 2012

Krankenschwester festgenommen

Eine 42-jährige Krankenschwester wird festgenommen, nachdem sie als Hauptverdächtige unter den Mitarbeitern der Station identifiziert wurde.

5. September 2012

Geständnis

Die Krankenschwester gesteht, mindestens drei Patienten ohne ärztliche Anordnung injiziert zu haben.

18. März 2013

Gerichtsverfahren abgeschlossen

Das Gericht spricht die Krankenschwester der Körperverletzung durch Giftvergiftung schuldig und verhängt eine Haftstrafe.

1. Mai 2013

Sicherheitsreformen umgesetzt

Die Charité und andere deutsche Krankenhäuser führen strengere Medikamenten-Dokumentationssysteme und verstärkte Überwachung auf Intensivstationen ein.

Die Ermittlungen

Kriminalpolizei und Krankenhausleitung starteten eine sorgfältige Untersuchung aller ihrer Arbeitsschichten. Mehrere Patienten konnten sich erinnern, an den Injektionsstellen nass gewesen zu sein oder sie über die Gabe von Medikamenten ohne ärztliche Verschreibung sprechen gehört zu haben. Blutproben bestätigten eine Überdosis-Vergiftung mit Insulin in mindestens sechs Fällen.

Die Krankenschwester wurde festgenommen und gestand später, Patienten ohne ärztliche Anordnung Insulin injiziert zu haben. Sie behauptete allerdings, dies sei nur in wenigen Fällen geschehen, weshalb die Anklage mehr Fälle umfasste, als ihr eigenes Geständnis dokumentierte.

Die Verurteilung

2013 wurde die Krankenschwester schuldig gesprochen, mindestens sechs Menschen durch Giftvergiftung Körperverletzung zugefügt zu haben. Sie wurde zu einer Haftstrafe verurteilt und verlor ihre Berufszulassung. Der Fall löste umfassende Überprüfungen der Sicherheitsprotokolle in deutschen Krankenhäusern aus und führte zu verstärkter Kontrolle der Medikamentenhandhabung auf Intensivstationen.

Die Charité implementierte anschließend strengere Dokumentationssysteme für die Medikamentenvergabe und verstärkte Überwachung des Personals auf sensiblen Stationen – Maßnahmen, die in vielen deutschen Krankenhäusern zum Standard wurden.

Größerer Kontext

Der Fall der Koma-Killerin von Berlin ist Teil eines größeren globalen Phänomens von Krankenpflegern die ihre Patienten misshandeln. Wie die Fälle von Genene Jones und anderen zeigen, sind Krankenhausumgebungen anfällig für Menschen mit sadistischen oder aufmerksamkeitssuchenden Motiven.

Der deutsche Fall illustriert auch, wie moderne Gesundheitseinrichtungen zwischen der Handlungsfreiheit der Mitarbeiter und der Sicherheit der Patienten abwägen müssen – eine Herausforderung, die weltweit in Krankenhausleitungen diskutiert wird.