Der größte Kunstraub der Geschichte bleibt ungelöst
Zwei als Polizisten verkleidete Täter stahlen 1990 Kunstwerke im Wert von 500 Millionen Dollar

Zwei als Polizisten verkleidete Täter stahlen 1990 Kunstwerke im Wert von 500 Millionen Dollar

Am frühen Morgen des 18. März 1990 klingelten zwei Männer in Polizeiuniformen an der Tür des Isabella Stewart Gardner Museums in Boston, Massachusetts. Sie gaben vor, einem Notruf nachzugehen. Die beiden Wachleute ließen sie ein – ein fataler Fehler, der zum spektakulärsten Kunstraub der Geschichte führen sollte.
Die vermeintlichen Polizisten überwältigten die Sicherheitskräfte, fesselten sie im Keller und hatten nun 81 Minuten Zeit. Was folgte, war ein methodisch geplanter Raubzug durch die Ausstellungsräume des renommierten Museums.
Die Täter entwendeten 13 Kunstwerke von außergewöhnlichem historischem und finanziellem Wert. Darunter befanden sich absolute Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte:
Der Kunstraub
Zwei als Polizisten verkleidete Männer überwältigen die Wachleute und stehlen 13 Kunstwerke aus dem Isabella Stewart Gardner Museum in Boston.
Flucht mit der Beute
Die Täter verlassen das Museum um 2:45 Uhr morgens in zwei separaten Fahrten mit den gestohlenen Kunstwerken.
Spur in Philadelphia
Laut FBI werden Anfang der 2000er Jahre einige der gestohlenen Werke in Philadelphia zum Verkauf angeboten.
Belohnung verdoppelt
Das Museum erhöht die Belohnung von 5 auf 10 Millionen Dollar für Informationen, die zur Rückgabe der Kunstwerke führen.
- Johannes Vermeers "Das Konzert" (ca. 1664) – eines von nur 34 bekannten Werken des niederländischen Meisters - Rembrandts "Christus im Sturm auf dem See Genezareth" (1633) – die einzige bekannte Seelandschaft des Künstlers - Mehrere Werke von Édouard Manet und Edgar Degas - Eine napoleonische Adler-Finiale aus Bronze
Experten schätzen den Gesamtwert der gestohlenen Objekte auf etwa 500 Millionen US-Dollar. Damit gilt dieser Diebstahl als größter bekannter Kunstraub aller Zeiten.
Um 2:45 Uhr morgens verließen die Täter das Museum. Sie machten zwei separate Fahrten, um die Beute abzutransportieren. Obwohl das FBI sofort mit den Ermittlungen begann, gelang es bis heute nicht, die Verantwortlichen zu identifizieren oder auch nur eines der Kunstwerke zurückzubringen.
Die Bundespolizei geht davon aus, dass die Täter Mitglieder einer organisierten Kriminalität mit Basis in der Mid-Atlantic- und Neuengland-Region waren. Anfang der 2000er Jahre sollen einige der gestohlenen Werke in Philadelphia zum Verkauf angeboten worden sein – doch auch diese Spur verlief im Sand.
Eine besonders eindringliche Entscheidung traf das Museum nach dem Raub: Die leeren Bilderrahmen blieben an den Wänden hängen. Im "Dutch Room" des Museums erinnern sie bis heute an die verschwundenen Meisterwerke. Diese stille Geste wurde zum Symbol für einen der mysteriösesten Kriminalfälle der Kunstwelt.
Die Rahmen dienen als Platzhalter in der Hoffnung, dass die Gemälde eines Tages zurückkehren werden – eine Hoffnung, die mit jedem Jahr schwächer wird.
Das Museum hat alles versucht, um die Werke zurückzubekommen. Ursprünglich setzte man eine Belohnung von 5 Millionen Dollar aus. Im Mai 2017 wurde diese Summe auf 10 Millionen Dollar verdoppelt – die höchste jemals für gestohlene Kunstwerke ausgelobte Belohnung.
Zusätzlich bietet das Museum 100.000 Dollar speziell für Informationen zur napoleonischen Adler-Finiale. Doch trotz dieser astronomischen Summen und weltweiter Aufmerksamkeit blieb der Durchbruch aus.
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Raub gehört der Fall zu den berühmtesten ungelösten Verbrechen weltweit. Die FBI-Ermittlungen laufen weiter, doch mit jedem verstrichenen Jahr sinkt die Wahrscheinlichkeit, die Täter noch zur Rechenschaft zu ziehen oder die Kunstwerke wiederzufinden.