Deutscher Tourist verschwindet spurlos am Flughafen in Bulgarien
Lars Joachim Mittank rannte 2014 panisch in einen Wald – und wurde nie wieder gesehen

Sagsdetaljer
Quick Facts
Lars Joachim Mittank rannte 2014 panisch in einen Wald – und wurde nie wieder gesehen

Quick Facts
Am 8. Juli 2014 verschwand der 28-jährige Deutsche Lars Joachim Mittank vom Flughafen Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Seine Vermisstenfall entwickelte sich zu einem der rätselhaftesten ungeklärte Vermisstenfälle Europas – nicht zuletzt, weil seine letzten Momente von Überwachungskameras festgehalten wurden.
Die Aufnahmen zeigen einen jungen Mann, der plötzlich panisch aus dem Flughafenterminal rennt und in Richtung eines angrenzenden Waldes verschwindet. Es war das letzte Lebenszeichen von Lars Joachim Mittank.
Geboren am 9. Februar 1986, hatte Mittank Ende Juni 2014 seinen ersten Auslandsurlaub ohne seine Familie angetreten. Zusammen mit fünf Freunden flog er am 30. Juni nach Golden Sands, ein beliebtes Ferienressort am Schwarzen Meer in Bulgarien.
Ankunft in Bulgarien
Lars Joachim Mittank reist mit fünf Freunden nach Golden Sands in Bulgarien. Es ist seine erste Reise ins Ausland ohne Familie.
Schlägerei und Verletzung
Mittank gerät in eine Auseinandersetzung und erleidet ein geplatztes Trommelfell sowie eine Kieferverletzung. Ein Arzt rät vom Fliegen ab.
Freunde reisen ab
Seine fünf Begleiter fliegen wie geplant zurück nach Deutschland. Mittank bleibt allein in Bulgarien zurück.
Paranoide Anrufe
Mittank ruft seine Mutter an und behauptet, Menschen würden versuchen, ihn zu töten. Sein Verhalten wird zunehmend erratisch.
Arztbesuch am Flughafen
Mittank sucht Dr. Kosta Kostov am Flughafen Varna auf. Der Arzt beschreibt sein Verhalten als nervös und zusammenhanglos.
Verschwinden
Überwachungskameras filmen, wie Mittank panisch aus dem Terminal rennt und in Richtung eines angrenzenden Waldes verschwindet. Es ist das letzte Lebenszeichen.
Beginn der Suche
Nach Mittanks Verschwinden beginnen umfangreiche Suchaktionen in der Umgebung des Flughafens. Sie bleiben erfolglos.
Was als unbeschwerte Reise begann, nahm eine dramatische Wendung. Während des Aufenthalts geriet Mittank in eine Schlägerei, bei der er schwere Verletzungen erlitt: Ein geplatztes Trommelfell und eine Kieferverletzung machten ihm zu schaffen. Ein örtlicher Arzt riet ihm dringend davon ab, mit der Ohrentzündung zu fliegen.
Seine Freunde reisten wie geplant zurück nach Deutschland – Mittank blieb allein zurück.
Die Tage, die Mittank allein in Bulgarien verbrachte, waren von zunehmend paranoide Verhaltensweisen geprägtem Verhalten gekennzeichnet. Er rief seine Mutter an und behauptete, Menschen würden versuchen, ihn umzubringen. Sein mentaler Zustand verschlechterte sich zusehends.
Freunde und Familie beschrieben später, dass er in Telefonaten verwirrt und verängstigt klang – völlig untypisch für den sonst ausgeglichenen jungen Mann.
Am Tag seines Verschwindens begab sich Mittank zum Flughafen Varna, um den dortigen Arzt Dr. Kosta Kostov aufzusuchen. Der Mediziner beschrieb Mittanks Verhalten später als nervös und zusammenhanglos. Nach der Konsultation ereignete sich dann das, was die Überwachungskameras festhielten.
Die Videoaufnahmen vom Flughafen zeigen Mittank, wie er plötzlich und ohne erkennbaren Anlass aus dem Wartebereich stürmt. Er rennt durch das Terminal, stößt dabei fast mit anderen Reisenden zusammen, und verschwindet schließlich in Richtung eines bewaldeten Gebiets neben dem Flughafen.
Was ihn zu dieser panischen Flucht veranlasste, bleibt bis heute unklar.
Trotz intensiver Suchaktionen in den Wäldern rund um den Flughafen und ausgedehnter Ermittlungen wurde Lars Joachim Mittank nie gefunden. Weder seine Leiche noch persönliche Gegenstände konnten lokalisiert werden.
Es wurden keine Anklagen im Zusammenhang mit seinem Verschwinden erhoben. Die bulgarischen Behörden konnten keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen finden.
Über die Jahre haben sich verschiedene Theorien zu Mittanks Verschwinden entwickelt:
**Medizinische Erklärung:** Einige Experten vermuten, dass die Verletzung am Trommelfell in Kombination mit möglichen Medikamenten zu einer akuten Psychose geführt haben könnte. Die Paranoia und das erratische Verhalten würden dafür sprechen.