Somerton Man: Identität nach 74 Jahren gelüftet
DNA-Analyse entschlüsselt eines der größten Rätsel Australiens

Sagsdetaljer
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DNA-Analyse entschlüsselt eines der größten Rätsel Australiens

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Am 1. Dezember 1948 wurde die Leiche eines Mannes am Strand von Somerton Park in Adelaide, Südaustralien, gefunden. Der Tote war etwa 40 bis 50 Jahre alt, 180 Zentimeter groß, hatte graugelbe Augen und rotbraunes Haar, das an den Schläfen bereits ergraut war. Er sollte als "Somerton Man" in die Geschichte eingehen – und seine Identität sollte für 74 Jahre eines der größten ungelöste Kriminalfälle Australiens bleiben.
Sämtliche Kleidungsetiketten waren vorsätzlich entfernt worden. Die einzige Spur war ein kleiner Zettel in seiner Tasche mit den persischen Worten "Tamám Shud" – ein Verweis auf ein Werk des Dichters Omar Khayyám, die "Rubáiyát". Dieses Detail gab dem Fall seinen Namen: der "Tamám Shud-Fall".
Über Jahrzehnte faszinierte die Identität des Somerton Man Polizei und Öffentlichkeit gleichermaßen. Trotz umfangreicher Ermittlungen gelang es nicht, den Mann zu identifizieren. Seine Herkunft, sein Hintergrund und seine Todesursache blieben im Dunkeln.
Geburt von Carl Webb
Carl 'Charles' Webb wird in Footscray, Victoria, geboren.
Heirat
Carl Webb heiratet Dorothy Jean Robertson.
Verschwinden
Carl Webb verschwindet aus der öffentlichen Wahrnehmung.
Leichenfund
Die Leiche eines unbekannten Mannes wird am Strand von Somerton Park in Adelaide gefunden.
Exhumierung
Die Leiche wird exhumiert, um neue DNA-Proben zu gewinnen.
Identifikation
Forscher geben bekannt, dass der Somerton Man als Carl 'Charles' Webb identifiziert wurde.
Im April 1947 – kurz vor seinem Tod – verschwand Carl Webb aus der öffentlichen Wahrnehmung. Er war am 16. November 1905 in Footscray, Victoria, geboren worden und hatte im Oktober 1941 Dorothy Jean Robertson geheiratet. Danach verlieren sich seine Spuren, bis seine Leiche am Strand auftauchte.
Erst 2021 keimte neue Hoffnung auf. Die Leiche wurde exhumiert, um weitere DNA-Proben zu gewinnen. Und dies sollte sich als entscheidender Schritt erweisen.
Am 26. Juli 2022 konnten die Forscher endlich die Identifikation bekannt geben. Derek Abbott von der University of Adelaide und die Genealogin Colleen Fitzpatrick hatten durch DNA-Analyse von Haaren, die in einer Gipsmaske von Webbs Tod eingebettet waren, feststellen können, dass der Somerton Man Carl 'Charles' Webb war.
Webbs Tod scheint mit inneren Blutungen in Verbindung zu stehen, was auf eine mögliche Vergiftung hindeutet. Eine endgültige Bestätigung der Todesursache steht jedoch noch aus. Die bewusste Entfernung aller Kleidungsetiketten deutet darauf hin, dass der Mann seine Identität auslöschen wollte – oder dass jemand dies für ihn tat.
Obwohl die Identifikation nun durch DNA-Analyse feststeht, haben die südaustralische Polizei und der Gerichtsmediziner das Ergebnis nach verfügbaren Quellen noch nicht offiziell verifiziert. Der Tod des Somerton Man wirft daher weiterhin Fragen auf, die möglicherweise nie vollständig beantwortet werden können: Warum wurden alle Identifikationsmerkmale entfernt? Wer oder was war die Ursache für seinen Tod? Und warum verschwand er in den Jahren vor seinem Tod aus der Öffentlichkeit?
Der Fall des Somerton Man bleibt trotz der Identifikation einer der faszinierendsten ungeklärten Kriminalfälle Australiens – ein Rätsel, bei dem die Identität zwar gelöst wurde, die Umstände aber weiterhin im Verborgenen liegen.