• Krimidex

Melde dich für unseren Newsletter an und erhalte die neuesten Storys

Verpasse nie die neuesten True-Crime-Nachrichten, Rezensionen und Top-Listen – plus neue Podcasts, Serien, Filme und Bücher.

Du kannst dich jederzeit mit einem Klick abmelden.

Kriminyt Logo

True Crime auf Deutsch — Fälle, Nachrichten, Serien, Podcasts und mehr.

© 2026 truecrime.news

Sagsmappe

Claus von Bülow: Dänischer Aristokrat nach Mordprozess freigesprochen

Der spektakuläre Fall eines dänisch-britischen Anwalts, der seine Millionärsgattin vergiftet haben soll

En skikkelse, der ligner Claus von Bülow, sidder ved et overdådigt spisebord i en herregård i Newport, en insulinsprøjte på en nærliggende sølvbakke, der fremtrædende symboliserer rigdommen og det medicinske mysterium, der er centralt i sagen.
BEVIS

Sagsdetaljer

Quick Facts

Klassifikation:

Familiemord
Arving
Rigdom
USA
Rhode Island
New York
København
Danmark
Uopklaret sag
Retssag
Vold
Psykopati
Højprofil sag
Læge
Depression
mordssag
domstol
justitsmordet
hvidvaskning
celebrity-mord
sundhedsbedrageri
True Crime Podcast 2026
justitssvigt
mystisk dødsfald
uløste sager
politisk kriminalitet
Agent Crime
finansiel svindel
forensisk efterforskning
mordsager
drab på ægtefælle
amerikanske drabssager
forlovelse
Sagsstatus
Uløst Sag
Sted
Clarendon Court, Newport, Rhode Island, USA
Täter
Claus von Bülow (geb. Claus Cecil Borberg)
Opfer
Sunny von Bülow (Martha Sharp Crawford)
Tatort
Newport, Rhode Island, USA
Anklage
Versuchter Mord durch Insulininjektionen
Erste Verurteilung
1982 zu 30 Jahren Haft
Freispruch
1985 nach erfolgreicher Berufung
Verteidiger
Prof. Alan Dershowitz (Harvard Law School)
Verfilmung
Reversal of Fortune (1990)

Der in Kopenhagen geborene Claus von Bülow wurde 1982 wegen versuchten Mordes an seiner wohlhabenden Ehefrau verurteilt, doch drei Jahre später kam es zu einem der spektakulärsten Freisprüche der amerikanischen Justizgeschichte.

Der dänische Aristokrat und seine reiche Ehefrau

Claus Cecil Borberg wurde am 11. August 1926 in Kopenhagen als Sohn des dänischen Schriftstellers Svend Borberg geboren. Als britischer Anwalt und Berater bewegte er sich in den höchsten Kreisen der internationalen High Society. Seine Ehe mit Martha Sharp Crawford, genannt Sunny, einer amerikanischen Millionenerbin, schien perfekt – bis die Tragödie begann.

Mord in der High Society

Zeitlinie

11. August 1926

Geburt in Kopenhagen

Claus Cecil Borberg wird als Sohn des dänischen Schriftstellers Svend Borberg in Kopenhagen geboren.

1. Januar 1979

Erster Zusammenbruch

Sunny von Bülow erleidet den ersten mysteriösen Zusammenbruch mit Insulinvergiftung in Newport, Rhode Island.

1. Januar 1980

Koma-Zustand

Nach dem zweiten Vorfall fällt Sunny von Bülow ins Koma, aus dem sie nie mehr erwachen wird.

1. Januar 1982

Erste Verurteilung

Claus von Bülow wird wegen versuchten Mordes zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

27. April 1985

Urteil aufgehoben

Der Oberste Gerichtshof von Rhode Island hebt die Verurteilung wegen unzulässiger Beweise auf.

1. Juni 1985

Freispruch im zweiten Prozess

Claus von Bülow wird in Providence freigesprochen – die Staatsanwaltschaft kann ohne die Insulinspritze keine ausreichenden Beweise vorlegen.

1. Januar 1990

Filmveröffentlichung

Der Film 'Reversal of Fortune' mit Jeremy Irons und Glenn Close macht den Fall weltweit bekannt.

6. Dezember 2008

Tod von Sunny von Bülow

Sunny von Bülow stirbt nach 28 Jahren im Koma, ohne je das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

25. Mai 2019

Tod von Claus von Bülow

Claus von Bülow stirbt im Alter von 92 Jahren in London.

Sunny von Bülow stammte aus einer der reichsten Familien Amerikas. Ihr Vermögen und ihre gesellschaftliche Stellung machten das Paar zu Fixpunkten der Schickeria an der amerikanischen Ostküste.

Die mysteriösen Insulininjektionen

In den Jahren 1979 und 1980 erlitt Sunny von Bülow in der gemeinsamen Villa in Newport, Rhode Island, mehrere lebensbedrohliche Zusammenbrüche. Die Ärzte diagnostizierten eine Insulin-Überdosierung. Nach dem zweiten Vorfall fiel die 49-Jährige ins Koma – ein Zustand, aus dem sie nie mehr erwachen sollte.

Giftmorde

Die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf Ehemann Claus. Ermittler fanden eine sogenannte "schwarze Tasche" mit einer Spritze, die Insulinrückstände aufwies. Die Staatsanwaltschaft war überzeugt: Von Bülow hatte versucht, seine Frau zu ermorden, um an ihr Vermögen zu gelangen.

Erste Verurteilung: 30 Jahre Haft

1982 stand Claus von Bülow vor Gericht. Die Beweislage schien erdrückend: Die Insulinspritze, die Zeugenaussagen, das Motiv. Die Geschworenen befanden ihn des versuchten Mordes für schuldig. Das Urteil: 30 Jahre Gefängnis.

Doch von Bülow beteuerte seine Unschuld und ging nicht ins Gefängnis. Er legte Berufung ein und engagierte einen der brillantesten Rechtsanwälte der USA.

Alan Dershowitz und die erfolgreiche Berufung

Professor Alan Dershowitz von der renommierten Harvard Law School übernahm die Verteidigung. Der als Medienanwalt bekannte Jurist erkannte die Schwachstellen der Anklage: Die entscheidenden Beweise – die Spritze und die schwarze Tasche – waren ohne ordnungsgemäßen Durchsuchungsbefehl beschlagnahmt worden.

Am 27. April 1985 hob der Oberste Gerichtshof von Rhode Island die Verurteilung auf. Das Gericht entschied, dass die Beweise unzulässig gewesen waren. Ein neuer Prozess wurde angeordnet.

Berühmte Justizirrtümer

Der sensationelle Freispruch von 1985

Im zweiten Prozess 1985 in Providence sah sich die Staatsanwaltschaft ohne ihre wichtigsten Beweismittel. Ohne die Insulinspritze konnte sie nicht zweifelsfrei nachweisen, dass von Bülow seine Frau vergiftet hatte. Die Verteidigung argumentierte geschickt, dass Sunny möglicherweise selbst Insulin genommen oder dass ihr Koma andere medizinische Ursachen haben könnte.

Die Geschworenen sprachen Claus von Bülow frei. Das Urteil löste heftige Kontroversen aus. Viele waren überzeugt, dass ein Mörder durch juristische Tricks entkommen war. Andere sahen darin einen Triumph der Rechtsstaatlichkeit.