
Bandidos Dänemark: Gericht ordnet Auflösung an
Motorradclub wird nach mehr als 30 Verhandlungstagen als illegale Organisation eingestuft
Quick Facts
Das Gericht in Helsingør hat die Auflösung der Bandidos in Dänemark angeordnet. Nach mehr als 30 Verhandlungstagen kamen die Richter einstimmig zu dem Urteil, dass der Motorradclub neben legitimen auch illegale Zwecke verfolgt.
Das Gericht stellte fest, dass Mitglieder von Bandidos Dänemark kriminelle Handlungen begangen haben, die Teil der Vereinsaktivitäten sind. Damit erfülle der Club nicht die gesetzlichen Voraussetzungen, um als eingetragener Verein bestehen zu dürfen. Die Entscheidung stützt sich auf Paragraph 78 der dänischen Verfassung, der die Auflösung von Vereinigungen mit illegitimen Zielsetzungen ermöglicht.
Historische Dimension der Entscheidung
Die Auflösung von Bandidos Dänemark ist erst die vierte ihrer Art seit 1849 in der dänischen Rechtsgeschichte. Zuletzt wurde 2021 die Rockergruppe Loyal To Familia (LTF) durch ein Gerichtsurteil verboten.
Ein zentraler Punkt des Urteils: Das Gericht stufte Bandidos als eine einheitliche Organisation ein und nicht als Sammlung unabhängiger lokaler Ableger. Diese Bewertung hat weitreichende Bedeutung für die rechtliche Handhabe gegen den Club nach dänischem Recht.
Finanzielle Folgen
Neben der Auflösung wurde Bandidos Dänemark zur Zahlung der Prozesskosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Dänischen Kronen (etwa 200.000 Euro) verurteilt.


