
Der US-amerikanische True-Crime-Podcast Undisclosed: Toward Justice hat in einer neuen Episode den Fall Richard Eugene Glossip erneut in den Fokus gerückt – einen Mann, der über zwei Jahrzehnte im Todestrakt des Oklahoma State Penitentiary verbrachte, verurteilt aufgrund eines Urteils, das seit seiner Verkündung massiver Kritik ausgesetzt ist.
Ein Mord in einem Motel in Oklahoma City
In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 1997 wurde Barry Van Treese, Eigentümer der Motelkette Best Budget Inn in Oklahoma City, tot in seinem eigenen Motel aufgefunden. Laut Staatsanwaltschaft war es Justin Sneed – ein damals 19-jähriger Hausmeister des Motels –, der den Mord tatsächlich beging. Sneed gestand die Tat, behauptete jedoch, auf Anweisung seines Vorgesetzten, des Motelmanagers Richard Glossip, gehandelt zu haben.
Sneed einigte sich anschließend mit der Staatsanwaltschaft: Im Austausch für seine Aussage gegen Glossip entging er der Todesstrafe und erhielt stattdessen eine lebenslange Haftstrafe. Es war im Wesentlichen diese Absprache und Sneeds Zeugenaussage, auf deren Grundlage Richard Glossip zum Tod verurteilt wurde – ohne dass physische Beweise vorlagen, die ihn direkt als Auftraggeber belastet hätten.
Ein Urteil, das auf einem einzigen Zeugen beruht
Der Fall Glossip zieht seit Jahren die Aufmerksamkeit von Todesstrafe USA Gerechtigkeitsorganisationen, Anwälten und Journalisten aus aller Welt auf sich. Die Kritik konzentriert sich auf einen zentralen Punkt: Das Urteil beruhte fast ausschließlich auf der Aussage eines Mannes, der selbst der Täter war und ein klares Eigeninteresse daran hatte, auf jemand anderen zu zeigen.
Justin Sneed war zum Zeitpunkt der Tat 19 Jahre alt und arbeitete als Hausmeister im Best Budget Inn. Richard Glossip leitete das Motel im Tagesgeschäft und war Sneeds direkter Vorgesetzter. Laut Anklageschrift soll Glossip Sneed Geld versprochen haben, um Barry Van Treese aus dem Weg zu räumen – doch kein unabhängiger Zeuge und kein technischer Beweis untermauerte diese Behauptung.

