Christian Gerhartsreiter — Der Rockefeller-Betrüger
Wie ein Deutscher jahrzehntelang als Millionär lebte und zum Mörder wurde

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Der unsichtbare Mann
Christian Gerhartsreiter kam 1978 als junger Deutscher ohne besondere Ausbildung oder konkrete Pläne in die USA. Doch er machte dort eine bemerkenswerte Entdeckung: Amerika war voll von Menschen, die ihm glauben wollten — besonders wenn er sich als wohlhabend und aristokratisch präsentierte. Über die nächsten drei Jahrzehnte perfektionierte er diese Erkenntnis zur Kunstform und lebte unter mindestens 22 verschiedenen Identitäten, jede mit eigenen Bankkonten, Autokäufen und sozialen Kreisen.
Das zentrale Merkmal Gerhartsreiters war seine vollkommene Schamlosigkeit. Er war weder besonders intelligent noch außergewöhnlich geschickt in dem, was er tat. Die meisten Menschen, die ihn trafen, fanden ihn nicht einmal besonders charmant. Aber er besaß eine entscheidende Fähigkeit: Er war bereit, ohne Unterlass und ohne Scham zu lügen. Während die meisten Menschen sich unwohl fühlen würden, falsche Titel oder Qualifikationen zu behaupten, redete Gerhartsreiter einfach weiter, bis andere seine Version der Realität akzeptierten.
Die Karriere als Hochstapler
Seine bekannteste Identität war "Clark Rockefeller", die er ab den 1990er Jahren nutzte. Unter diesem Namen gab er sich als Mitglied der berühmten Rockefeller-Familie aus — je nach Situation behauptete er, ein entfernter Cousin oder Erbe zu sein. Er lebte in Boston und später in Connecticut, wurde Mitglied exklusiver Clubs und freundete sich mit wohlhabenden Familien an.


