Der falsche Rockefeller — Christian Gerhartsreiters Betrug
Wie ein Bayer sich als Millionärserbe ausgab und zum Mörder wurde

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Quick Facts
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Von Bergen nach Amerika
Christian Gerhartsreiter wurde 1961 in Bergen bei Traunstein in Bayern geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Als Teenager entwickelte er eine Obsession für Amerika und den amerikanischen Traum. Mit 17 Jahren wanderte er 1978 in die USA aus, zunächst als Austauschschüler. Doch statt zurückzukehren, begann er ein Doppelleben, das Jahrzehnte andauern sollte.
Bereits kurz nach seiner Ankunft begann Gerhartsreiter, falsche Identitäten anzunehmen. Er gab sich als Austauschschüler aus wohlhabendem Hause aus und knüpfte gezielt Kontakte zu Menschen der Oberschicht. Seine erste bedeutende Identität war die des Christopher Chichester, angeblicher Nachkomme einer britischen Adelsfamilie. Mit dieser Rolle verschaffte er sich Zugang zu exklusiven Kreisen in Kalifornien.
Der Mord an John Sohus
In den 1980er Jahren mietete Gerhartsreiter unter dem Namen Christopher Chichester ein Gästehaus in San Marino, Kalifornien. Dort lebten auch seine Vermieter, das Ehepaar John und Linda Sohus. Im Februar 1985 verschwanden beide spurlos. Gerhartsreiter verbreitete die Geschichte, sie seien nach Paris gereist, wo John angeblich einen Job bekommen habe.
1994 wurden bei Bauarbeiten auf dem Grundstück menschliche Überreste entdeckt – die Leiche von John Sohus, in einem Teppich eingewickelt und vergraben. Linda Sohus blieb verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gerhartsreiter längst eine neue Identität angenommen und war untergetaucht. Der


