Norbert Pöhlke — Der Maskenmann von Ludwigsburg
Kriminalkommissar ermordete acht Menschen und leitete Ermittlungen gegen sich selbst

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Quick Facts
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Der Polizist als Serienmörder
Norbert Pöhlke, geboren 1955 in Ludwigsburg, arbeitete als Kriminalkommissar bei der örtlichen Kriminalpolizei, als er zwischen 1984 und 1987 eine beispiellose Mordserie beging. Der Mann, der eigentlich für Sicherheit sorgen sollte, tötete acht Menschen in der Region Stuttgart-Ludwigsburg – darunter seine eigene Ehefrau Christa (32 Jahre) und seine beiden Töchter Marina (8) und Stefanie (6). Die Taten inszenierte er stets als Raubüberfälle, wobei er häufig eine Strumpfmaske als Verkleidung nutzte, was ihm später den Beinamen "Maskenmann" einbrachte.
Die Mordserie begann am 19. Mai 1984 mit einem besonders grausamen Verbrechen im Ludwigsburger Stadtteil Poppenweiler. Pöhlke erschoss dort die gesamte Familie G.: Kurt G. (57), seine Ehefrau Erika (55), ihren Sohn Thomas (27) und dessen dreijährige Tochter Vanessa. Auch die Nachbarin Helga S. (36) fiel den Schüssen zum Opfer. Die Brutalität dieser Tat sollte die Region jahrelang in Atem halten.
Der Täter ermittelt gegen sich selbst
Das Perfide an Pöhlkes Vorgehen: Als Kriminalkommissar wurde er zeitweise mit Teilen der Ermittlungen gegen den "Maskenmann" betraut. Er manipulierte Akten, lenkte Verdachtsmomente auf unbeteiligte Personen und nutzte sein Insiderwissen, um den Ermittlungen stets einen Schritt voraus zu bleiben. Diese doppelte Rolle als Täter und Ermittler machte den Fall zu einem der schockierendsten Beispiele für Polizeiverbrechen in der deutschen Kriminalgeschichte.
Jahrelang tappten die Behörden im Dunkeln. Die scheinbar professionelle Ausführung der Taten – keine eindeutigen Spuren, sorgfältige Planung – ließ nicht auf einen der eigenen Kollegen schließen. Erst biologische Spuren an mehreren Tatorten – Sperma, das auf sexuelle Handlungen des Täters hindeutete – eröffneten einen neuen Ermittlungsansatz.


