Der grausame Mord an dem jungen Beamten, der erst kurz zuvor geheiratet hatte, löste landesweit Entsetzen aus und führte zu einer der größten Fahndungsaktionen in der Geschichte von Texas.
Flucht nach Colorado und Festnahme
Nach dem Überfall flohen sechs der sieben Häftlinge nach Colorado, wo sie sich auf einem Campingplatz in einem Wohnmobil versteckten. Ihr Versteck flog jedoch auf, nachdem ein aufmerksamer Zuschauer der Fernsehsendung "America's Most Wanted" einen entscheidenden Hinweis gab.
Im Januar 2001 wurde die Gruppe in Colorado festgenommen. Das siebte Mitglied, Larry Harper, beging noch vor der Festnahme Selbstmord mit einer Schusswaffe und wurde daher nie vor Gericht gestellt.
Verurteilungen nach texanischem Recht
Alle sechs überlebenden Mitglieder wurden wegen Kapitalverbrechen angeklagt. Nach dem texanischen "Law of Parties" – einem Gesetz zur Mittäterschaft – wurden sie alle des Mordes für schuldig befunden, obwohl nicht alle direkt an der Erschießung beteiligt waren. Nach dieser Rechtsprechung sind alle Beteiligten an einem Verbrechen gleichermaßen verantwortlich für die Taten der Gruppe.
Alle sechs erhielten die Todesstrafe.
Die Hinrichtungen
Bis heute wurden vier Mitglieder der Texas Seven hingerichtet:
**George Angel Rivas Jr.**, der als Anführer der Gruppe galt, wurde am 29. Februar 2012 durch die Giftspritze hingerichtet.
**Donald Keith Newbury** folgte am 4. Februar 2015.
**Joseph Garcia** wurde am 4. Dezember 2018 hingerichtet. In seinen letzten Worten entschuldigte er sich bei der Familie von Aubrey Hawkins.
**Michael Anthony Rodriguez** wurde ebenfalls hingerichtet, das genaue Datum ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert.
Noch lebende Mitglieder
Zwei Mitglieder der Texas Seven befinden sich noch im Todestrakt:
**Randy Halprin** sitzt weiterhin in der Todeszelle, doch seine Verurteilung wurde 2025 aufgehoben. Der Grund: Es kam ans Licht, dass der zuständige Richter antisemitische Äußerungen getätigt hatte und möglicherweise voreingenommen war. Halprin, der jüdischen Glaubens ist, soll 2027 ein neues Verfahren erhalten.
**Patrick Murphy** wartet noch auf seine Hinrichtung.
Kontroversen um die Todesstrafe
Der Fall Halprin wirft ein Schlaglicht auf die juristischen und ethischen Probleme, die mit der Anwendung der Todesstrafe in Texas verbunden sind. Die Vorwürfe gegen den Richter wegen antisemitischer Vorurteile haben grundsätzliche Fragen nach Gerechtigkeit und fairen Verfahren in Kapitalverbrechens-Prozessen aufgeworfen.
Die Texas Seven-Saga gilt als einer der spektakulärsten Gefängnisausbrüche und Verbrecherjagden der amerikanischen Kriminalgeschichte. Der Fall zeigt nicht nur die Brutalität der Täter, sondern auch die Komplexität des amerikanischen Rechtssystems im Umgang mit Kapitalverbrechen.
Die Witwe von Aubrey Hawkins setzte sich jahrelang für die Vollstreckung der Todesurteile ein und war bei mehreren der Hinrichtungen anwesend. Sie bezeichnete dies als Teil ihres Heilungsprozesses nach dem Verlust ihres Mannes an jenem verhängnisvollen Heiligabend.