Amy Lynn Bradley verschwand 1998 von Kreuzfahrtschiff
Die 23-jährige Amerikanerin verschwand spurlos von Bord – der Fall ist bis heute ungeklärt

Die 23-jährige Amerikanerin verschwand spurlos von Bord – der Fall ist bis heute ungeklärt

Die 23-jährige Amerikanerin Amy Lynn Bradley verschwand spurlos vom Luxuskreuzfahrtschiff Rhapsody of the Seas in den frühen Morgenstunden des 24. März 1998. Der Fall ist auch 26 Jahre später noch immer ungeklärt und gilt als einer der mysteriösesten Vermisstenfall der True-Crime-Geschichte.
Amy Lynn Bradley wurde am 12. Mai 1974 geboren und hatte gerade ihr Studium an der Longwood University in Virginia abgeschlossen. Sie arbeitete als ausgebildete Rettungsschwimmerin und befand sich zusammen mit ihrer Familie auf einer Kreuzfahrt, als sie verschwand.
In der Nacht vom 23. auf den 24. März 1998 nahm Amy an einer exklusiven Mardi-Gras-Themenparty in der Diskothek des Schiffes teil, die nach der regulären Schließzeit stattfand. Ihr Bruder Brad kehrte um 3:35 Uhr morgens in die gemeinsame Kabine zurück. Amy folgte fünf Minuten später um 3:40 Uhr – die Zeit wurde durch das Kartensystem der Kabine dokumentiert.
Geburt von Amy Lynn Bradley
Amy Lynn Bradley wird in Petersburg, Virginia, USA geboren.
Mardi-Gras-Party an Bord
Amy nimmt an einer Mardi-Gras-Themenparty in der Schiffsdiskothek teil.
Rückkehr zur Kabine
Amy kehrt um 3:40 Uhr morgens in die Kabine zurück, fünf Minuten nach ihrem Bruder Brad.
Letzte Sichtung durch Vater
Ron Bradley sieht Amy gegen 5:30 Uhr auf dem Balkon schlafen. Um 6:00 Uhr ist sie verschwunden.
Verspätete Meldung
Die Reederei meldet das Verschwinden erst um 7:50 Uhr, nachdem die meisten Passagiere von Bord gegangen sind.
Ende der Küstenwachen-Suche
Die niederländisch-karibische Küstenwache beendet die viertägige Suche ohne Ergebnis.
Todeserklärung
Amy Lynn Bradley wird rechtlich für tot erklärt, der Fall bleibt jedoch beim FBI offen.
Wenige Stunden später, gegen 5:30 Uhr morgens, bemerkte ihr Vater Ron sie schlafend auf einem Liegestuhl auf dem Balkon der Kabine. Als er jedoch gegen 6:00 Uhr erneut nachsah, war sie verschwunden. Ihre Sandalen, Zigaretten, Feuerzeug, Schlüsselkarte und Führerschein waren ebenfalls nicht mehr da. Ein Shirt, das sie am Abend zuvor getragen hatte, hing über einem Liegestuhl, und die Balkontür stand einen Spalt offen.
Die Reederei wartete bis 7:50 Uhr morgens, bevor sie das Verschwinden meldete – lange nachdem die meisten Passagiere bereits von Bord gegangen waren. Dieser Zeitverlust wird häufig dafür kritisiert, die Suche entscheidend verzögert zu haben.
Die niederländisch-karibische Küstenwache führte eine viertägige Suche durch, die am 27. März 1998 ohne jede Spur von Amy endete. Die Ermittler fanden keine Beweise dafür, dass sie durch einen Unfall über Bord gegangen war, einem Verbrechen zum Opfer gefallen war oder Suizid begangen hatte.
Unbestätigte Zeugenaussagen deuteten darauf hin, dass Amy gegen 6:00 Uhr morgens zusammen mit einem Bandmitglied und auf dem obersten Deck gesehen wurde. Diese Hinweise wurden jedoch nie zufriedenstellend verfolgt.
Ein Bandmitglied namens Alister Douglas, bekannt als "Yellow", der an Bord auftrat, geriet ins Visier der Ermittlungen, nachdem mehrere Zeugen berichteten, er habe sich auffällig für Amy interessiert. Die Ermittlungen in diese Richtung verliefen jedoch im Sand.
Amys Familie weigerte sich lange, zu akzeptieren, dass sie tot sein könnte. Sie sind bis heute überzeugt, dass sie noch am Leben ist und Opfer eines Verbrechens wurde. Im Jahr 2010 wurde Amy Lynn Bradley rechtlich für tot erklärt, doch das FBI hält den Fall weiterhin offen.
Das FBI hat eine Belohnung von bis zu 100.000 US-Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Aufklärung des Falls führen können. Der Fall steht auf der Liste der meistgesuchten Vermissten in amerikanischen Gewässern.
Über die Jahre gab es immer wieder angebliche Sichtungen von Amy, unter anderem in der Karibik und in Südamerika. Mehrere Personen behaupteten, eine Frau gesehen zu haben, die der Beschreibung von Amy entsprach und möglicherweise zur Prostitution gezwungen wurde. Keine dieser Sichtungen konnte jedoch jemals bestätigt werden.
Die Familie Bradley betreibt weiterhin eine Website und arbeitet mit Ermittlern zusammen, in der Hoffnung, endlich Antworten zu erhalten. Der Fall Amy Lynn Bradley bleibt eines der beunruhigendsten ungeklärten Rätsel auf hoher See.