• Krimidex

Melde dich für unseren Newsletter an und erhalte die neuesten Storys

Verpasse nie die neuesten True-Crime-Nachrichten, Rezensionen und Top-Listen – plus neue Podcasts, Serien, Filme und Bücher.

Du kannst dich jederzeit mit einem Klick abmelden.

Kriminyt Logo

True Crime auf Deutsch — Fälle, Nachrichten, Serien, Podcasts und mehr.

© 2026 truecrime.news

Sagsmappe

Schloss Colditz: Vom Adelssitz zum Ort des NS-Terrors

Konzentrationslager und Tötungsanstalt unter den Nationalsozialisten

En delvist samlet træsvævefly skjult på loftet af Colditz Slot, omgivet af improviserede værktøjer og planer, rester af et dristigt flugtforsøg af allierede krigsfanger under Anden Verdenskrig
BEVIS

Klassifikation:

Anden verdenskrig
Krigsfange
Flugt
Militær
Østrig
Tyskland
Spionage
Fangeskab

Quick Facts

GerningsstedColditz, Sachsen, Tyskland
Gerningsdato1933-1938
ForbrydelsestypeMassedrab, eugenisk mord, politisk fængsling
Historisk
Krigsforbrydelser
Falsk tilståelse
Stasi
Belejring
mordssag
justitssvigt
mordsager
True Crime Podcast 2026
politiafhøringer
triple murder
trillingdrab
mystisk dødsfald
uløste sager
finansiel svindel
justitsmordet
forensisk efterforskning
hvidvaskning
amerikanske drabssager
amerikanske kriminalsager
sundhedsbedrageri
kvaksalveri

Schloss Colditz in Sachsen wurde nur wenige Wochen nach Hitlers Machtübernahme 1933 in ein Konzentrationslager umfunktioniert, in dem über 2.300 politische Gefangene inhaftiert waren. Später diente das mittelalterliche Bauwerk als Tötungsanstalt für Menschen mit Behinderungen im Rahmen der NS-Euthanasie.

Von der Königsresidenz zum Tatort

Das Schloss Colditz wurde erstmals 1046 in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Im Mittelalter war es königlicher Besitz – König Heinrich III. schenkte die Anlage seiner Gemahlin Agnes von Poitou. Über Jahrhunderte diente es verschiedenen Zwecken, doch seine dunkelste Periode erlebte Colditz im 20. Jahrhundert.

Die historische Bedeutung des Schlosses wurde mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 brutal überschattet.

Zeitlinie

1. Januar 1046

Erste urkundliche Erwähnung

Schloss Colditz wird erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt und war im Mittelalter königlicher Besitz.

1. März 1933

Umwandlung in Konzentrationslager

Wenige Wochen nach Hitlers Machtübernahme wird Schloss Colditz zum frühen KZ für politische Gefangene.

1. August 1934

Ende des KZ-Betriebs

Nach 17 Monaten wird die Nutzung als Konzentrationslager beendet. Mindestens 2.311 Menschen waren hier inhaftiert.

1. Januar 1938

"Heil- und Pflegeanstalt"

Das Schloss wird zur Tötungsanstalt im Rahmen der NS-Euthanasie umfunktioniert.

1. Januar 2017

Gedenkstätte eingeweiht

Auf dem Schlossgelände wird ein Mahnmal für die 84 Euthanasie-Opfer errichtet.

Frühes Konzentrationslager ab März 1933

Im März 1933 – nur wenige Wochen nachdem Hitler Reichskanzler geworden war – richteten die Nationalsozialisten in Schloss Colditz eines der frühen Konzentrationslager ein. Bis August 1934 wurden hier politische Gegner und Kommunisten unter brutalen Bedingungen gefangen gehalten.

Die erhaltenen Unterlagen dokumentieren mindestens 2.311 registrierte Häftlinge in dieser Zeit. Diese Menschen gehörten zu den ersten Opfergruppen des NS-Regimes – Personen, die der Staat als politische Feinde betrachtete und ohne ordentliches Gerichtsverfahren wegsperrte.

Die Gefangenen waren willkürlicher Gewalt, Folter und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt. Das Schloss wurde zu einem Symbol des frühen NS-Terrors gegen Andersdenkende.

Tarnbezeichnung "Pflege- und Heilanstalt"

Im Januar 1938 erfuhr Schloss Colditz eine weitere schreckliche Umnutzung. Die Nazis verwandelten es in eine sogenannte "Landes-Heil- und Pflegeanstalt" – eine beschönigende Bezeichnung, die eine grausame Realität verschleierte.

Hinter dieser Fassade verbargen sich systematische Morde an Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Sie waren Teil des umfassenden Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten, mit dem das Regime Menschen vernichtete, die es als "lebensunwert" einstufte.

In Colditz wurden 84 Menschen durch gezieltes Verhungernlassen und Vernachlässigung ermordet. Diese Verbrechen geschahen nicht aus Gleichgültigkeit, sondern waren Teil eines berechneten Mordprogramms, das auf der menschenverachtenden Ideologie der "Rassenhygiene" basierte.

Gedenken und Mahnung

Heute erinnert Schloss Colditz an die nationalsozialistischen Verbrechen. Im Jahr 2017 wurde auf dem Schlossgelände eine Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde eingeweiht – eine späte, aber wichtige Anerkennung der Menschen, deren Leben hier ausgelöscht wurde.

Das Schloss dient als historischer Lernort und Mahnmal. Es zeigt, wie schnell zivilisatorische Errungenschaften zerstört werden können, wenn menschenverachtende Ideologien an die Macht gelangen.

Die Geschichte von Colditz steht exemplarisch für die verschiedenen Phasen des NS-Terrors: Von der frühen Verfolgung politischer Gegner bis hin zum industriell organisierten Mord an Menschen mit Behinderungen. Beide Kapitel zeugen von der systematischen Gewalt des nationalsozialistischen Unrechtssystems.

Quick Facts

GerningsstedColditz, Sachsen, Tyskland
Gerningsdato1933-1938
ForbrydelsestypeMassedrab, eugenisk mord, politisk fængsling
Related Content
En tæt jungle i Laos med et improviseret bambusbur, kæder og jungleunderbevoksning, der fremhæver det barske miljø, hvor Dieter Dengler undslap fangenskab, og symboliserer hans kamp for overlevelse og modstandsdygtighed

Pilot Dieter Dengler: Flucht aus dem Vietnam-Krieg

En smal, delvist skjult tunnelingang ved Stalag Luft III, omgivet af improviserede værktøjer og jord, der symboliserer flugtruten brugt af 76 allierede fanger under Anden Verdenskrig.

Die große Flucht aus Stalag Luft III — Hitlers Mordbefehl

En skikkelse, der ligner Julius Rosenberg, står i en svagt oplyst fængselscelle, hans hænder griber om kolde jernstænger, mens en skygge fra en vagt lurer i baggrunden.

Ehepaar Rosenberg wegen Atomspionage hingerichtet

En mørk, trang underjordisk tunnel med jordvægge, en lille gruppe af Union officer uniformer, der vrider sig igennem, ledet af en skikkelse, der ligner oberst Rose, hvilket symboliserer deres dristige flugt fra Libby-fængslet.

Tunnelflucht von 109 Unionssoldaten aus Libby Prison 1864

Advertisement
SS

Susanne Sperling

Se alle artikler →
Del dette opslag: