Einbruch ins Grüne Gewölbe Dresden 2019
Juwelenraub für 113 Millionen Euro

Juwelenraub für 113 Millionen Euro

In den frühen Morgenstunden des 25. November 2019 wurde Dresdens berühmtestes Kunstmuseum Ziel eines der spektakulärsten Kunstdiebstähle der jüngeren europäischen Geschichte. Gegen 3:45 Uhr drangen fünf Männer in das Residenzschloss ein, in dem das Grüne Gewölbe seit 1723 untergebracht ist.
Die Täter gingen dabei äußerst gezielt vor und hatten es auf die Juwelensammlung im ersten Stock abgesehen. Von außen setzten sie zunächst einen Stromverteilerkasten in Brand und legten damit die Hauptsicherungen lahm – sowohl die Alarmanlage als auch die Überwachungskameras in weiten Teilen des Museums fielen aus. Dies war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer minutiös geplanten Operation.
Die Einbrecher erbeuteten eine Sammlung barocker Schmuckstücke und Kunstgegenstände aus der sächsischen Hofkultur des 18. Jahrhunderts – darunter diamantbesetzte Garnituren, Brillantschmuck und juwelenbesetzte Schnupftabakdosen. Der Gesamtwert wurde auf rund 113 Millionen Euro geschätzt.
Einbruch ins Grüne Gewölbe
Gegen 3:45 Uhr morgens brechen fünf Männer in das Dresdner Residenzschloss ein und stehlen barocke Juwelen im Wert von etwa 113 Millionen Euro.
Erste Festnahmen
Die Polizei nimmt drei Männer aus dem Remmo-Clan in Berlin fest. Sie werden als Hauptverdächtige identifiziert.
Urteil im Prozess
Das Landgericht Dresden verurteilt drei junge Männer zu mehrjährigen Haftstrafen wegen des Einbruchs.
Erste Fundstücke
Die Polizei findet erste Teile des Diebesguts – Diamanten und Schmuckteile werden durch Hinweise und Ermittlungen sichergestellt.
Unmittelbar nach der Tat wurden umfangreiche Polizeikräfte mobilisiert. Die Dresdner Polizei und das Bundeskriminalamt (BKA) übernahmen die Ermittlungen. Nach mehreren Monaten intensiver Arbeit identifizierte die Polizei fünf Hauptverdächtige – allesamt Männer aus dem Raum Berlin.
Im Sommer 2020 wurden drei Männer aus dem berüchtigten Remmo-Clan festgenommen und wegen des Einbruchs angeklagt. Die Ermittlungen zeigten, dass die Gruppe das Museum gründlich ausgespäht und den Einbruch detailliert geplant hatte. Sie hatten unter anderem das Gebäude fotografiert und die Sicherheitssysteme im Vorfeld studiert.
Der Remmo-Clan ist der Berliner Polizei als eine der bekanntesten Verbrecherfamilien Deutschlands seit Jahren ein Begriff und wird mit zahlreichen spektakulären Straftaten in Verbindung gebracht.
Im November 2021 wurden drei junge Männer (alle zwischen 20 und 23 Jahre alt) vor dem Landgericht Dresden wegen des Einbruchs verurteilt. Das Gericht verhängte mehrjährige Haftstrafen, deren genaue Länge aufgrund deutscher Presserichtlinien und des Jugendstrafrechts nicht im Detail kommuniziert wurde. Die Verteidigung argumentierte mit dem jungen Alter der Angeklagten und ihrem Rehabilitationspotenzial, doch das Gericht bewertete die akribische Planung und den immensen Wert der Beute als schwerwiegende Faktoren.
Zwei weitere Verdächtige wurden nicht angeklagt – ihre Rolle wurde als weniger bedeutend eingestuft oder die Beweise reichten nicht für eine Anklage aus.
Einer der faszinierendsten Aspekte des Falls ist, dass nahezu die gesamte Beute zunächst verschwunden blieb. Die Polizei ging von der Hypothese aus, dass die Kunstgegenstände über den illegalen Kunstmarkt verkauft oder durch internationale Händlerkreise mit Verbindungen nach Osteuropa oder in den Nahen Osten geschleust wurden.
In den Jahren 2023 und 2024 fand die deutsche Polizei kleinere Teile des Diebesguts – darunter Diamanten und einzelne Schmuckteile – durch Hinweise und die Infiltration krimineller Netzwerke. Dies führte zu weiteren Ermittlungen gegen potenzielle Hehler und Mittelsmänner, die in den Diebstahl verwickelt waren.
Das Grüne Gewölbe wurde etwa ein Jahr nach dem Einbruch wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Es gilt weiterhin als eines der bedeutendsten europäischen Kunstmuseen mit seiner einzigartigen Sammlung aus der Glanzzeit Dresdens als Residenz der sächsischen Kurfürsten.
Das Grüne Gewölbe, gegründet von August dem Starken, beherbergt eine der reichsten Schatzkammern Europas und ist ein unverzichtbarer Teil des sächsischen Kulturerbes.