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Sagsmappe

Alcatraz-Flucht 1962: Das Rätsel, das nie gelöst wurde

Drei Häftlinge entkamen aus dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis — ihr Schicksal bleibt bis heute ungeklärt

En naturtro mannequinhoved lavet af gips og maling hviler på en fængselsseng i en svagt oplyst celle i Alcatraz, hvor det omhyggeligt udformede hår og træk antyder det dristige flugtforsøg af Frank Morris og Anglin-brødrene.
BEVIS

Klassifikation:

Flugt
Fangeskab
Uopklaret sag
Historisk
USA
Californien
København
Familiemord

Quick Facts

Gerningsmand(e)Frank Lee Morris, John William Anglin, Clarence Anglin
GerningsstedAlcatraz Island, San Francisco Bay, Californien, USA
Gerningsdato1962-06-11
ForbrydelsestypeFængselsflugt
SagsstatusKold sag
Penge
Fbi
Mysterie
mordsager
mordsag
finanskriminalitet
mordssag
justitsmordet
True Crime Podcast 2026

Die geplante Flucht

Am 11. Juni 1962 gelang es drei Häftlingen, aus dem amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz Federal Penitentiary auf der Insel Alcatraz in der San Francisco Bay zu entkommen. Frank Morris, John Anglin und Clarence Anglin hatten sechs Monate lang an ihrem Fluchtplan gearbeitet, der zu einer der berühmtesten Gefängnisausbrüche der Geschichte werden sollte.

Die drei Männer arbeiteten systematisch daran, aus ihren Zellen und durch die gesicherten Bereiche des Gefängnisses zu gelangen. Sie fertigten aus Pappmaché täuschend echte Nachbildungen von Menschenköpfen an, die sie in ihren Betten platzierten, um die Wärter glauben zu lassen, sie lägen noch in ihren Zellen.

Durch die Lüftungsschächte

Der Fluchtplan basierte darauf, Lüftungsschächte und einen unbewachten Versorgungskorridor zu überwinden. Gegen 23:40 Uhr am Abend des 11. Juni verließen die drei Häftlinge die Insel auf einem selbstgebauten Schlauchboot. Ob sie es schafften, Land zu erreichen, oder in den kalten, gefährlichen Gewässern der San Francisco Bay ums Leben kamen, sollte jahrzehntelang ungeklärt bleiben.

Zeitlinie

11. Juni 1962

Die spektakuläre Flucht

Frank Morris und die Brüder John und Clarence Anglin entkommen gegen 23:40 Uhr aus Alcatraz mit einem selbstgebauten Schlauchboot.

1. Dezember 1962

John Paul Scott überlebt Fluchtversuch

Häftling John Paul Scott schwimmt von Alcatraz weg und wird lebend aufgefunden — Beweis, dass eine Flucht möglich war.

21. März 1963

Schließung von Alcatraz

Das berüchtigte Gefängnis wird neun Monate nach der Flucht aufgrund zu hoher Betriebskosten geschlossen.

31. Dezember 1979

FBI stellt Ermittlungen ein

Nach 17 Jahren intensiver Fahndung schließt das FBI die Ermittlungen offiziell ab. Die drei Männer gelten als vermutlich ertrunken.

1. Januar 2013

Mysteriöser Brief taucht auf

Ein Brief erreicht die Polizei von San Francisco, angeblich von John Anglin. Analysen bleiben jedoch ohne eindeutiges Ergebnis.

Die offizielle FBI-Schlussfolgerung

Das FBI unternahm umfangreiche Anstrengungen zur Aufklärung des Falls. Agenten verfolgten Spuren und legten eine Strategie für die Fahndung fest, die ganze 17 Jahre andauerte. Am 31. Dezember 1979 stellte das FBI die Ermittlungen offiziell ein.

Die offiziellen Schlussfolgerungen deuteten darauf hin, dass die drei Männer wahrscheinlich in den kalten Gewässern der San Francisco Bay ertrunken waren. Die Strömung war stark, die Temperatur niedrig, und man ging davon aus, dass ein selbstgebautes Schlauchboot sie nicht ans Festland hätte bringen können.

Ein mysteriöser Brief aus dem Jahr 2013

Doch die Geschichte nahm 2013 eine neue Wendung, als das San Francisco Police Department einen Brief erhielt, der angeblich von John Anglin stammte. Laut dem Brief hätten "wir es alle in dieser Nacht geschafft, aber es war knapp" — und der Verfasser behauptete, 83 Jahre alt zu sein und an Krebs zu leiden.

Analysen des Briefes — einschließlich Fingerabdrücken, DNA und Handschriftenuntersuchungen — erbrachten jedoch keine eindeutigen Ergebnisse. Es gab somit keine definitive Bestätigung dafür, ob der Brief wirklich von einem der geflohenen Häftlinge stammte.

Parallele Geschichten

Ein interessanter Vergleich lässt sich mit John Paul Scott ziehen, der ebenfalls in Alcatraz inhaftiert war. Im Dezember 1962, nur wenige Monate nach der Flucht von Morris und den Anglin-Brüdern, wurde Scott lebend aufgefunden, nachdem er von Alcatraz weggeschwommen war. Dies bewies, dass eine Flucht von der Insel möglich war — aber auch, wie gefährlich sie war.

Alcatraz wurde am 21. März 1963 als Gefängnis geschlossen, nur neun Monate nach der spektakulären Flucht. Die Einrichtung war zu teuer im Betrieb geworden und entsprach nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der amerikanischen Behörden.

Popkulturelle Wirkung

Es ist erwähnenswert, dass die Flucht 1979 im Film "Escape from Alcatraz" mit Clint Eastwood in der Hauptrolle dramatisiert wurde. Der Film brachte die Geschichte Millionen von Menschen weltweit näher und machte sie zu einem Kultklassiker.

Bis heute bleibt die Alcatraz-Flucht eines der größten ungelösten Mysterien der amerikanischen Kriminalgeschichte. Ob die drei Männer tatsächlich überlebten und in Freiheit starben oder in den eisigen Gewässern der Bucht ihr Ende fanden — die Wahrheit werden wir womöglich nie erfahren.