Gardner Museum: Das größte Kunstraubverbrechen der Welt
Zwei falsche Polizisten stahlen 1990 in Boston 13 Meisterwerke im Wert von Hunderten Millionen – bis heute spurlos verschwunden
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Sagsdetaljer
Quick Facts
Zwei falsche Polizisten stahlen 1990 in Boston 13 Meisterwerke im Wert von Hunderten Millionen – bis heute spurlos verschwunden
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Quick Facts
In der Nacht vom 17. auf den 18. März 1990 wurde das Isabella Stewart Gardner Museum in Boston zum Schauplatz eines Verbrechens, das als größter Kunstraub der Geschichte in die Annalen eingehen sollte. Zwei Männer, die sich als Polizeibeamte ausgaben, überredeten den Nachtwächter, ihnen die Tür zu öffnen. Mit dieser simplen List verschafften sie sich Zugang zu einer der wertvollsten Kunstsammlungen Amerikas.
Der Wachmann wurde mit Klebeband gefesselt und im Keller zurückgelassen. Das verschaffte den Tätern 81 Minuten Zeit, um ungestört zu operieren.
In dieser knappen anderthalb Stunde stahlen die Täter 13 Kunstwerke. Darunter befanden sich zwei Gemälde von Rembrandt, die unter Kunstkennern zu den bedeutendsten Arbeiten des holländischen Meisters zählen. Außerdem wurde Vermeers "Das Konzert" entwendet – ein Werk, das allein als eines der fünf wichtigsten Vermeer-Gemälde der Welt gilt.
Der Kunstraub
Zwei als Polizisten verkleidete Männer überwältigen den Nachtwächter und stehlen 13 Kunstwerke im Wert von Hunderten Millionen Dollar aus dem Isabella Stewart Gardner Museum in Boston.
Entdeckung des Diebstahls
Am Morgen wird der gefesselte Wachmann gefunden. Das Ausmaß des Diebstahls wird klar – es ist der größte Kunstraub der Geschichte.
Verhaftung von Robert Gentile
Der mutmaßliche Mafia-Angehörige Robert Gentile wird festgenommen, nachdem er versucht hat, einem verdeckten FBI-Ermittler ein angebliches Rembrandt-Gemälde zu verkaufen. Bei Durchsuchungen werden keine Kunstwerke gefunden.
Fall bleibt ungelöst
Über 30 Jahre nach dem Diebstahl sind die 13 Kunstwerke noch immer verschwunden. Leere Rahmen hängen im Museum als Mahnmal. Eine Belohnung von 10 Millionen Dollar besteht weiterhin.
Auch Werke von Manet und Zeichnungen von Degas wurden geraubt. Neben den Gemälden verschwanden auch eine chinesische Vase und ein großer Bronze-Adler.
Ein besonderes Detail des Diebstahls ist das, was nicht gestohlen wurde. Die dritte Etage des Museums – wo das Werk hängt, das Museumsgründerin Isabella Gardner selbst als das wichtigste betrachtete, "Der Raub der Europa" – wurde von den Tätern nicht betreten. Die Auswahl der Kunstwerke war also nicht nur Ausdruck der Gier nach Wert, sondern auch fachkundiger künstlerischer Kenntnis.
Heute hängen noch immer leere Rahmen an den Museumswänden als stumme Zeugen. Gemäß Isabellas Testament müssen sie dort bleiben – als Stellvertreter für das, was gestohlen wurde.
Der Fall führte zu einer der größten Kunstfahndung aller Zeiten. Eine Belohnung von bis zu 100 Millionen Dollar wurde für die Wiederbeschaffung der Kunstwerke ausgelobt. Trotz dieses enormen Betrags ist keines der 13 Werke jemals wieder aufgetaucht.
Im Jahr 2014 – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Diebstahl – wurde ein Mann namens Robert Gentile festgenommen, nachdem er versucht hatte, einem verdeckten FBI-Ermittler ein Rembrandt-Gemälde zu verkaufen. Gentile behauptete, er habe geblufft, und bei der Durchsuchung seines Anwesens wurden keine Kunstwerke gefunden.
Der Fall blieb seitdem ungelöst. Niemand wurde für den Diebstahl verurteilt, und die Kunstwerke bleiben spurlos verschwunden. Die größten Schätze des Isabella Stewart Gardner Museums sind noch immer weg – und das Geheimnis, wer sie gestohlen hat und wo sie sich heute befinden, wurde nie gelüftet.
Ermittler vermuten seit langem eine Verbindung zur Organisierten Kriminalität in Boston. Die Professionalität des Coups und die Tatsache, dass die Täter genau wussten, welche Werke sie stehlen wollten, deutet auf eine sorgfältige Planung hin. Verschiedene Mitglieder der Bostoner Unterwelt wurden im Laufe der Jahre verdächtigt, doch keine Spur führte zur Wiederbeschaffung der Kunstwerke.
Das FBI geht davon aus, dass die gestohlenen Gemälde mehrfach den Besitzer gewechselt haben und möglicherweise auf dem internationalen Schwarzmarkt für Kunst gehandelt wurden. Doch selbst dort blieben sie unsichtbar – ein Zeichen dafür, wie schwer es ist, derart berühmte Werke zu veräußern.
Das Isabella Stewart Gardner Museum hält die Hoffnung aufrecht. Die Belohnung besteht weiterhin, wenn auch auf 10 Millionen Dollar reduziert. Die leeren Rahmen an den Wänden erinnern Besucher täglich an den dramatischen Verlust und die ungelöste Frage: Wo sind die Meisterwerke?