Michael Jackson von allen Vorwürfen des Missbrauchs freigesprochen
Jury sah Beweislage der Anklage als zu schwach an

Jury sah Beweislage der Anklage als zu schwach an

Am 13. Juni 2005 endete einer der meistbeachteten Gerichtsprozesse der Unterhaltungsgeschichte mit einem Freispruch: Michael Jackson wurde vom Santa Barbara County Superior Court in Santa Maria, Kalifornien, in allen zehn Anklagepunkten für nicht schuldig befunden.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Popstar vor, den damals 13-jährigen Gavin Arvizo auf seiner Neverland Ranch in Los Olivos, Kalifornien, sexuell missbraucht zu haben. Zusätzlich zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs wurde Jackson angeklagt wegen Verschwörung, sexueller Handlungen an einem Minderjährigen sowie der illegalen Beschaffung von Alkohol für unter 21-Jährige und der Verabreichung berauschender Substanzen zur Begehung einer Straftat.
Gavin Arvizo und sein Bruder sagten vor Gericht aus, Jackson habe ihnen Alkohol gegeben, ihnen Pornografie gezeigt, vor ihnen masturbiert und sexuelle Annäherungsversuche unternommen. Auf diesen Aussagen über Vorfälle auf der Neverland Ranch basierte die gesamte Anklage.
Beginn der Geschworenenauswahl
Das Verfahren gegen Michael Jackson beginnt mit der Auswahl der Jury am Santa Barbara County Superior Court.
Jury beginnt Beratungen
Nach Abschluss der Beweisaufnahme ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Erste Abstimmung: 9 für Freispruch, 3 für Schuld.
Freispruch in allen Anklagepunkten
Nach etwa 32 Stunden Beratung spricht die Jury Michael Jackson in allen zehn Anklagepunkten frei. Die Geschworenen sehen die Beweislage als zu schwach an.
Jacksons Verteidigungsteam konnte auf prominente Zeugen zurückgreifen. Die Schauspieler Macaulay Culkin und Chris Tucker sagten zugunsten des Popstars aus und unterstützten dessen Version der Ereignisse. Die Verteidigung stellte die Glaubwürdigkeit der Ankläger infrage und wies auf Widersprüche in deren Aussagen hin.
Die Auswahl der Geschworenen hatte am 31. Januar 2005 begonnen. Nach Ende der Beweisaufnahme berieten die zwölf Geschworenen etwa 32 Stunden lang über einen Zeitraum von sieben Tagen. Bei der ersten Abstimmung votierten bereits neun Jurymitglieder für einen Freispruch, während drei für eine Verurteilung stimmten.
Die Geschworenen erklärten später, dass sie die Beweisführung der Anklage für schwach hielten. Insbesondere die zeitliche Abfolge der angeblichen Taten erschien ihnen problematisch und nicht schlüssig.
Als am 13. Juni 2005 das Urteil verkündet wurde, war Michael Jackson in allen zehn Anklagepunkten freigesprochen. Der Prozess hatte international für Schlagzeilen gesorgt und das öffentliche Interesse an dem Fall war enorm. Die Entscheidung der Jury beendete ein Verfahren, das Jacksons Karriere und Reputation massiv belastet hatte.
Der Freispruch bedeutete zwar das juristische Ende des Falls, doch die öffentliche Debatte über die Vorwürfe gegen Michael Jackson sollte auch Jahre nach seinem Tod im Jahr 2009 nicht verstummen.