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Sagsmappe

Der Helikopter-König: Drei Gefängnisausbrüche aus der Luft

Pascal Payet floh dreimal mit gekaperten Hubschraubern aus französischen Hochsicherheitsgefängnissen

En helikopter svæver over en fransk fængselsgård, med en rebstige hængende ned, mens en dristig flugt udfolder sig og fremkalder de sensationelle flugtforsøg af Pascal Payet.
BEVIS

Klassifikation:

Flugt
Fangeskab
Helikopter
Frankrig
Mord
Vold
Retssag
Politi mord

Quick Facts

Gerningsmand(e)Pascal Payet
GerningsstedFrankrig
Gerningsdato1997
ForbrydelsestypeMord under værditransportrøveri, fængselsflugter
SagsstatusOpklaret
Overvågning
Arresten
Familiemord
Livstid
kryptovaluta
blockchain
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Pascal Payet wurde 1997 in Frankreich zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er bei einem Überfall auf einen Geldtransporter einen Wachmann erschossen hatte. Doch anstatt seine Strafe abzusitzen, wurde der Franzose zum spektakulärsten Gefängnisausbrecher der jüngeren Kriminalgeschichte — mit einer Methode, die bis heute einzigartig ist.

Zwischen 2001 und 2007 gelangen Payet insgesamt drei Gefängnisausbruch mit Hilfe gekaperter Hubschrauber. Keine andere Person hat jemals so oft diese waghalsige Fluchtmethode erfolgreich angewendet. Seine Taten machten ihn international bekannt und stellten die französischen Behörden vor enorme Herausforderungen.

Erster Ausbruch: Oktober 2001

Am 12. Oktober 2001 saß Pascal Payet im Gefängnis von Luynes im südfranzösischen Département Bouches-du-Rhône ein. Von dort gelang ihm sein erster spektakulärer Ausbruch: Ein Hubschrauber wurde gekapert und landete direkt im Gefängnishof. Gemeinsam mit seinem Mithäftling Frédéric Impocco entkam Payet in die Freiheit.

Zeitlinie

1. Januar 1997

Verurteilung wegen Mordes

Pascal Payet wird zu 30 Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Überfall auf einen Geldtransporter einen Wachmann erschossen hat.

12. Oktober 2001

Erster Hubschrauber-Ausbruch

Payet flieht mit einem gekaperten Hubschrauber aus dem Gefängnis in Luynes. Sein Mithäftling Frédéric Impocco entkommt mit ihm.

14. April 2003

Zweiter Ausbruch — Befreiung von drei Häftlingen

Payet organisiert von außen die Befreiung von drei Mithäftlingen (Franck Perletto, Michel Valero, Éric Alboreo) aus dem Gefängnis Luynes per Hubschrauber. Die drei werden drei Wochen später wieder gefasst.

14. Juli 2007

Dritter Ausbruch am Nationalfeiertag

Vier maskierte Männer kapern einen Hubschrauber am Flughafen Cannes-Mandelieu und befreien Payet aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Grasse.

16. Juli 2007

Europäischer Haftbefehl

Nur zwei Tage nach der Flucht erlässt die französische Justiz einen europäischen Haftbefehl gegen Payet.

1. September 2007

Festnahme in Spanien

Payet wird in Mataró bei Barcelona von der spanischen Polizei verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert.

1. Januar 2008

Zusätzliche Haftstrafe

Ein französisches Gericht verurteilt Payet zu weiteren sieben Jahren Haft für die Gefängnisausbrüche. Er wird in verschärfte Einzelhaft genommen.

Die Flucht war minutiös geplant und perfekt ausgeführt. Die Wärter konnten nur zusehen, wie die beiden Männer in den Helikopter stiegen und davonflogen. Payet war frei — vorerst.

Zweiter Ausbruch: April 2003

Payets Ambitionen beschränkten sich nicht auf die eigene Freiheit. Am 14. April 2003 organisierte er von außerhalb eine noch größere Aktion: Erneut wurde ein Hubschrauber gekapert und flog zum selben Gefängnis in Luynes. Diesmal sollten drei Mithäftlinge befreit werden: Franck Perletto, Michel Valero und Éric Alboreo.

Die Befreiungsaktion glückte zunächst — alle drei Häftlinge konnten entkommen. Doch die Freiheit währte nicht lange: Nur drei Wochen später wurden die drei wieder gefasst. Payet selbst blieb weiterhin auf freiem Fuß und wurde zu dieser Zeit bereits von Interpol gesucht.

Dritter Ausbruch: Bastille-Tag 2007

Die französischen Behörden hatten aus den ersten beiden Ausbrüchen gelernt. Payet, mittlerweile wieder gefasst, wurde in das Hochsicherheitsgefängnis in Grasse verlegt — ein Ort, der speziell gegen Hubschrauber-Ausbrüche gesichert werden sollte. Doch auch das konnte den erfinderischen Kriminellen nicht aufhalten.

Am 14. Juli 2007, ausgerechnet am französischen Nationalfeiertag, kaperten vier maskierte Männer einen Hubschrauber am Flughafen Cannes-Mandelieu. Sie flogen direkt zum Gefängnis in Grasse, wo Payet auf sie wartete. Trotz der verschärften Sicherheitsmaßnahmen gelang die Flucht erneut.

Die Behörden reagierten diesmal schneller: Bereits zwei Tage später erließ die französische Justiz einen europäischen Haftbefehl gegen Payet. Eine internationale Fahndung wurde eingeleitet.

Die Jagd endet in Spanien

Payets dritte Flucht endete im September 2007, als er in der Stadt Mataró bei Barcelona verhaftet wurde. Die spanische Polizei hatte ihn aufgespürt und festgenommen. Payet wurde nach Frankreich ausgeliefert, wo ihm nicht nur die ursprüngliche Mordstrafe, sondern auch die spektakulären Ausbrüche zur Last gelegt wurden.

2008 verurteilte ihn ein französisches Gericht zu weiteren sieben Jahren Haft für die Gefängnisausbrüche. Damit summierte sich seine Gesamtstrafe auf mehrere Jahrzehnte. Um weitere Fluchtversuche zu verhindern, wurde er in Einzelhaft unter schärfster Überwachung gehalten.

Ein außergewöhnlicher Krimineller

Pascal Payet ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Seine "Spezialisierung" lag nicht in Raubüberfällen, Gewaltverbrechen oder organisierter Kriminalität — sondern darin, aus Hochsicherheitsgefängnissen zu entkommen. Mit drei erfolgreichen Hubschrauber-Ausbrüchen in nur sechs Jahren stellte er einen Rekord auf, der bis heute unerreicht ist.