Stalker erschoss Schauspielerin Rebecca Schaeffer
Ein obsessiver Fan tötete die 21-Jährige an ihrer Haustür

Ein obsessiver Fan tötete die 21-Jährige an ihrer Haustür

Am 18. Juli 1989 um 10:15 Uhr erschoss der 19-jährige Robert John Bardo die Schauspielerin Rebecca Schaeffer in der Türöffnung ihrer Wohnung in West Hollywood, Kalifornien. Mit einer .357 Magnum Revolver schoss er aus nächster Nähe auf die Brust der erst 21-jährigen Frau. Sie starb noch am Tatort.
Bardo hatte Schaeffer drei bis vier Jahre lang verfolgt und war von ihr besessen. Der Stalker war ein fanatischer Fan, der im Laufe der Jahre eine obsessive Verfolgung der jungen Schauspielerin entwickelt hatte.
Um Rebecca Schaeffer aufzuspüren, zahlte Bardo 250 Dollar an einen Privatdetektiv. Dieser beschaffte ihm die Privatadresse der Schauspielerin über die Zulassungsstelle Kaliforniens – eine damals völlig legale Praxis, die nach diesem Fall drastisch geändert werden sollte.
Beginn der Obsession
Robert John Bardo beginnt, die Schauspielerin Rebecca Schaeffer zu verfolgen und entwickelt eine obsessive Fixierung auf sie.
Film löst Tat aus
Bardo sieht Schaeffer in einer Liebesszene im Film "Scenes from the Class Struggle in Beverly Hills" und gerät in Rage.
Adresse beschafft
Bardo zahlt einem Privatdetektiv 250 Dollar, um Schaeffers Privatadresse über die kalifornische Zulassungsstelle zu erhalten.
Der Mord
Um 10:15 Uhr erschießt Bardo Rebecca Schaeffer an der Haustür ihrer Wohnung in West Hollywood mit einer .357 Magnum Revolver.
Festnahme des Täters
Bardo wird auf der Interstate 10 nahe Tucson, Arizona, verhaftet und gesteht die Tat sofort.
Verurteilung
Robert John Bardo wird wegen Mordes ersten Grades mit erschwerendem Umstand zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt.
Gesetzesänderungen
Als Folge des Falls werden in den USA neue Anti-Stalking-Gesetze und verschärfte Datenschutzbestimmungen für Zulassungsstellen eingeführt.
Der Auslöser für den Mord war eine Szene aus dem Film "Scenes from the Class Struggle in Beverly Hills" von 1989. Nachdem Bardo die Schauspielerin in einer Liebesszene gesehen hatte, geriet er in Rage. Seine Fantasie von der "reinen" Rebecca war zerstört.
Am Morgen des 18. Juli ging er zu ihrer Wohnung und klingelte zweimal. Beim dritten Besuch öffnete Rebecca Schaeffer die Tür – und wurde erschossen.
Bereits einen Tag später, am 19. Juli 1989, wurde Bardo auf der Interstate 10 nahe Tucson in Arizona verhaftet. Er gestand sofort die Tat.
Die spätere O.J.-Simpson-Anklägerin Marcia Clark führte die Anklage gegen ihn. Bardo wurde wegen Mordes ersten Grades mit dem erschwerende Umstand des "Auflauerns" (lying in wait) verurteilt. Das Gericht verhängte eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung.
Rebecca Schaeffers Tod war auch deshalb so tragisch, weil sie gerade dabei war, in Hollywood durchzubrechen. Sie hatte in der TV-Serie "My Sister Sam" mitgewirkt und stand vor größeren Rollen. Ihr Leben und ihre Karriere wurden brutal beendet, bevor sie ihr volles Potenzial entfalten konnte.
Der Mord an Rebecca Schaeffer hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die amerikanische Rechtsprechung. Der Fall führte zu entscheidenden Änderungen in mehreren Bereichen:
- Die Datenschutzgesetze der Zulassungsstellen (Department of Motor Vehicles) wurden verschärft. Privatdetektive und andere Personen können heute nicht mehr ohne Weiteres auf Daten aus Führerschein- und Fahrzeugregistern zugreifen.
- Auf Bundes- und Bundesstaatsebene wurden neue Anti-Stalking-Gesetze eingeführt, die es Behörden ermöglichen, früher gegen obsessive Verfolgung einzuschreiten.
Rebecca Schaeffers Tod wurde zu einem Wendepunkt im Umgang mit Stalking und dem Schutz der Privatsphäre prominenter Personen in den USA.