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Sagsmappe

Brandanschlag von Solingen 1993

Rassistischer Terror forderte fünf Menschenleben

Solingen-Brandanschlag 1993
BEVIS

Sagsdetaljer

Quick Facts

Klassifikation:

Rassistischer Terror
brandattentat
Deutschland 1993
Rechtsextremismus
Ausländerfeindlichkeit
massemord
Solingen
Deutsche Verbrechen
Sagsstatus
Løst
Sted
{"de":"Solingen, North Rhine-Westphalia, Germany"}
Datum
29. Mai 1993
Tatort
Solingen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Opfer
5 Menschen (türkischstämmige Familie)
Täter
4 Rechtsextremisten (verurteilt)
Motiv
Rassistischer Terror gegen Einwanderer
Strafen
Freiheitsstrafen (10–15 Jahre)

Der Anschlag

Am 29. Mai 1993 gegen 23:45 Uhr setzten vier deutsche Rechtsextremismus Rechtsextremisten ein Einfamilienhaus im Solinger Stadtteil Unterbarmen in Brand. Das Wohnhaus gehörte der türkischstämmigen Familie Genç, die bereits in mehreren Generationen in Deutschland lebte.

Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Fünf Menschen kamen in den Flammen ums Leben: die drei Kinder Gülüstan (12 Jahre), Hatice (18 Jahre) und Gülsen (27 Jahre), sowie Saime Genc (4 Jahre) und Hülya Genç (9 Jahre). Zwei weitere Familienmitglieder wurden schwer verletzt. Die Rettungskräfte trafen innerhalb kürzester Zeit ein, konnten aber nur noch die Leichen bergen.

Ermittlungen und Aufklärung

Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, die schnell auf ein Netzwerk von Neonazis Neonazis hinwies. In der Bevölkerung Solingens herrschten Trauer und Entsetzen. Die brennenden Fragen lauteten: Wie konnte es so weit kommen? Wer waren die Täter?

Zeitlinie

29. Mai 1993

Der Brandanschlag

Gegen 23:45 Uhr setzen Rechtsextremisten ein Wohnhaus in Solingen in Brand. Fünf Mitglieder der Familie Genç sterben in den Flammen.

30. Mai 1993

Landesweite Proteste

Über 100.000 Menschen demonstrieren in Solingen aus Solidarität mit der Familie der Opfer und gegen rassistische Gewalt.

15. Juni 1993

Festnahmen

Vier Rechtsextremisten werden im Rahmen der Ermittlungen festgenommen. Markus Gartmann, Felix Köhler, Christian Buchholz und Günter Wald kommen in Untersuchungshaft.

10. Januar 1994

Prozessbeginn

Der Prozess gegen die vier Männer beginnt vor dem Landgericht Düsseldorf. Aufgrund des öffentlichen Interesses werden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

26. Oktober 1995

Urteilsverkündung

Die vier Täter werden wegen Mordes und terroristischer Vereinigung verurteilt. Die Strafen reichen von 10 bis 15 Jahren Freiheitsentzug.

29. Mai 1996

Erste Gedenkfeier

Ein permanentes Mahnmal wird am Tatort eingeweiht. Tausende versammeln sich jährlich am 29. Mai zum Gedenken.

Kriminalbeamte aus ganz Nordrhein-Westfalen wurden mobilisiert. Nach intensiven Ermittlungen konnten vier Männer identifiziert und festgenommen werden: Markus Gartmann, Felix Köhler, Christian Buchholz und Günter Wald. Sie gehörten verschiedenen rechtsextremen Gruppierungen an.

Durch Geständnisse und erdrückende Beweise wurde ihre Schuld bewiesen. Die Täter hatten den Anschlag aus rassistischer Ideologie heraus geplant und sahen türkischstämmige Menschen sowie andere Einwanderer als Bedrohung für Deutschland. Das Motiv war purer Rechtsterrorismus Terrorismus aus Hass.

Prozess und Urteile

Der Prozess wurde intensiv von deutschen und internationalen Medien verfolgt. Rassistischer Terror in Deutschland wurde zum zentralen Thema der öffentlichen Debatte. 1994 bis 1995 wurden die vier Angeklagten verurteilt:

- Markus Gartmann: 10 Jahre Haft wegen Mordes - Felix Köhler: 10 Jahre Haft wegen Mordes - Christian Buchholz: 10 Jahre Haft wegen Mordes - Günter Wald: 15 Jahre Haft als Haupttäter

Die Strafen spiegelten die unterschiedlichen Rollen bei der Planung und Durchführung des Anschlags wider.

Reaktionen und politische Folgen

Der Anschlag löste massive Proteste und eine nationale Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in Deutschland aus. Über 100.000 Menschen nahmen am Tag nach dem Attentat an Trauermärschen in Solingen teil – Deutsche und Einwanderer-Communities vereint in Trauer und Wut.

Bundeskanzler Helmut Kohl besuchte Solingen und sprach von nationaler Schande. Die Debatte über Einwanderung, Integration und Rechtsextremismus wurde zum zentralen Thema der deutschen Politik der 1990er Jahre. Als Konsequenz wurden neonazistische Netzwerke stärker beobachtet und Gesetze gegen Hasspropaganda verschärft.

Der Fall wurde zum Symbol für die Gefahr politischer Gleichgültigkeit gegenüber rassistischer Gewalt. Viele sahen Solingen als Wendepunkt, ab dem Deutschland entschiedener gegen Extremismus vorgehen musste.

Vermächtnis

Heute wird der Brandanschlag von Solingen als eines der dunkelsten Kapitel des modernen Deutschland erinnert. Am Tatort wurde ein Mahnmal errichtet, und der Jahrestag wird jährlich begangen. Die Familie Genç wurde zum Symbol für unschuldige Opfer ideologischen Terrors.

Ausländerfeindlichkeit und Terror in Europa entwickelten sich zu wichtigen Forschungs- und Diskussionsthemen. Solingen gab Anstoß zu einer bedeutenden juristischen und politischen Debatte über die Verantwortung im Kampf gegen Rechtsextremismus und die Notwendigkeit einer wehrhaften Demokratie.

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Susanne Sperling

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