Barry Morphew wegen Mordes an Ehefrau Suzanne angeklagt
Wildtranquilizer im Körper der vermissten Radfahrerin gefunden

Wildtranquilizer im Körper der vermissten Radfahrerin gefunden

Am Muttertag 2020 verschwand Suzanne Morphew während einer Radtour nahe ihrem Wohnort Salida in Colorado spurlos. Fast drei Jahre später, im September 2023, wurden ihre sterblichen Überreste auf einem offenen Feld in Moffat gefunden – etwa 45 Autominuten südlich des Familienhauses. Nun steht ihr Ehemann Barry Morphew wegen Mordes ersten Grades vor Gericht.
Die Obduktion brachte Erschreckendes ans Licht: Im Körper der Toten fanden Rechtsmediziner Spuren von drei Tranquilizer-Substanzen, die normalerweise zur Betäubung von Wildtieren eingesetzt werden – Butorphanol, Azaperon und Medetomidin. Diese Chemikalien, auch als "BAM-Cocktail" bekannt, sind für den Einsatz am Menschen nicht zugelassen und können tödlich wirken.
Die Gerichtsmedizin stufte Suzanne Morphews Tod eindeutig als Tötungsdelikt ein.
Suzanne Morphew verschwindet
Suzanne Morphew wird während einer Radtour nahe Salida, Colorado, als vermisst gemeldet. Es ist Muttertag.
Erste Verhaftung von Barry Morphew
Barry Morphew wird wegen Mordes ersten Grades und Beweismittelmanipulation verhaftet – ohne dass die Leiche seiner Frau gefunden wurde.
Anklage fallen gelassen
Die Staatsanwaltschaft lässt die Anklage gegen Barry Morphew mangels ausreichender Beweise fallen.
Leichenfund in Moffat
Suzanne Morphews sterbliche Überreste werden auf einem Feld in Moffat, Colorado, etwa 45 Minuten südlich ihres Wohnorts gefunden.
Obduktionsergebnis
Die Rechtsmedizin stellt fest, dass Suzanne getötet wurde. In ihren Überresten werden drei Wildtier-Tranquilizer nachgewiesen.
Erneute Anklage durch Grand Jury
Eine Grand Jury erhebt erneut Anklage wegen Mordes ersten Grades gegen Barry Morphew – diesmal auf Basis der gefundenen Leiche und forensischer Beweise.
Barry Morphew wurde bereits am 5. Mai 2021 verhaftet – mehr als ein Jahr bevor Suzannes Leichnam überhaupt gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn damals wegen Mordes ersten Grades und Beweismittelmanipulation an. Doch ohne den Körper des Opfers mussten die Behörden die Anklage 2022 mangels ausreichender Beweise wieder fallenlassen.
2025 erhob eine Grand Jury erneut Anklage gegen Barry Morphew – diesmal gestützt auf die gefundene Leiche und die daraus gewonnenen forensischen Erkenntnisse.
Das entscheidende Indiz: Nach Angaben der Ermittler war Barry Morphew zum Zeitpunkt von Suzannes Verschwinden die einzige Privatperson im Raum Salida, die Zugang zu BAM-Tranquilizern hatte. Er soll seine Frau mit einem Betäubungsgewehr und dem tödlichen Chemikalien-Mix getötet haben.
Bei Hausdurchsuchungen stießen die Ermittler auf weitere belastende Spuren: Im Wäschetrockner der Familie fand sich eine Plastikkappe einer Injektionsnadel. Im Schlafzimmer entdeckten sie einen Spionage-Kugelschreiber mit Aufnahmefunktion – doch der hatte nicht etwa Gespräche zwischen Suzanne und Barry aufgezeichnet, sondern Unterhaltungen zwischen Suzanne und ihrem Liebhaber.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Barry Morphew alle drei klassischen Voraussetzungen für einen Mord erfüllte: Motiv, Gelegenheit und Tatmittel. Suzanne hatte demnach geplant, ihren Mann zu verlassen, und mit einer engen Freundin bereits über Scheidung gesprochen.
Als ihre Überreste gefunden wurden, konnten Ermittler ihr Krebs-Medaillon sowie Teile ihrer Radbekleidung identifizieren. Allerdings fehlten einige Fußknochen sowie ihre Radschuhe – ein Detail, das im Prozess noch eine Rolle spielen könnte.
Barry Morphew beteuert weiterhin seine Unschuld. Der Prozess soll klären, ob er tatsächlich seine Frau mit Wildtier-Betäubungsmitteln getötet hat. Die Beweislage gilt als komplex, doch die Kombination aus forensischen Spuren, dem exklusiven Zugang zu den Tatmitteln und dem Motiv könnte für eine Verurteilung ausreichen.
Für die Familie und Angehörigen von Suzanne Morphew bedeutet der Prozess nach fünf Jahren Ungewissheit möglicherweise endlich Klarheit über die Ereignisse jenes Muttertags 2020.