William Francis Sutton Jr. wurde am 30. Juni 1901 geboren und starb am 2. November 1980. Er sollte zu einer der legendärsten Figuren der amerikanischen Kriminalgeschichte werden – nicht weil er gewalttätig war, sondern weil er dreist, kreativ und stets auf der Flucht war.
Sutton begann seine Räuberkarriere 1930, als er seinen ersten Banküberfall in Manhattan ausführte. Dabei verkleidete er sich als Western-Union-Bote – eine Taktik, die zu seinem Markenzeichen werden sollte. Über die nächsten 40 Jahre stahl er etwa 2 Millionen Dollar aus Banken und Geschäften.
Meisterverbrecher in Verkleidung
Seine Spitznamen waren wohlverdient: 'Willie the Actor' konnte sich innerhalb weniger Minuten unkenntlich machen. Seine Verkleidungen umfassten Postboten, Polizisten, Western-Union-Boten und Wartungspersonal. Jede Rolle war durchdacht, jedes Detail geplant. Er war kein roher Gewalttäter – er trug ungeladene Waffen und tötete während seiner gesamten Karriere niemals jemanden.
Zeitlinie
Geburt von Willie Sutton
William Francis Sutton Jr. wird in Brooklyn, New York geboren.
Erster Banküberfall
Sutton führt seinen ersten Banküberfall in Manhattan aus, verkleidet als Western-Union-Bote.
Gescheiterter Überfall in Philadelphia
Sutton versucht vergeblich, die Corn Exchange Bank and Trust Company als Postbote verkleidet auszurauben.
Erfolgreicher Einbruch
Sutton bricht mit zwei Komplizen durch ein Oberlicht in dieselbe Bank in Philadelphia ein – diesmal erfolgreich.
Spektakuläre Flucht
Sutton entkommt aus dem Holmesburg County Jail mit Hilfe von Waffen und gestohlenen Uniformen.
Letzte Verhaftung
Willie Sutton wird in Brooklyn von der Polizei verhaftet, nachdem Arnold Schuster ihn erkannt und verfolgt hat.
Veröffentlichung der Autobiografie
Suttons Buch 'I, Willie Sutton' erscheint, gemeinsam mit Quentin Reynolds verfasst.
Zweites Buch
Sutton veröffentlicht 'Where the Money Was' zusammen mit Edward Linn.
Tod von Willie Sutton
Willie Sutton stirbt im Alter von 79 Jahren.
Eine seiner bemerkenswertesten Aktionen fand am 15. Februar 1933 statt, als er versuchte, die Corn Exchange Bank and Trust Company in Philadelphia als Postbote verkleidet auszurauben. Der Versuch scheiterte. Doch Sutton gab nicht auf. Am 15. Januar 1934 brach er zusammen mit zwei Komplizen durch ein Oberlicht in dieselbe Bank ein – diesmal gelang der Banküberfall.
Drei Gefängnisausbrüche
Sutton verbrachte mehr als die Hälfte seines Erwachsenenlebens im Gefängnis. Er wurde wiederholt verhaftet und verurteilt, doch sein Einfallsreichtum erwies sich als ebenso bemerkenswert wie seine Überfälle. Er entkam dreimal aus dem Gefängnis.
Die spektakulärste Flucht ereignete sich 1947 aus dem Holmesburg County Jail. Dort benutzte er eine echte Pistole, eine selbstgebaute Holzpistole und einige Uniformen von Gefängniswärtern, um sich den Weg nach draußen zu bahnen.
Am 15. Februar 1952 war alles vorbei. Sutton wurde von der Polizei in Brooklyn erkannt und verhaftet, nachdem ein Mann namens Arnold Schuster ihm gefolgt war. Seine 40 Jahre währende Karriere als Räuber war offiziell beendet.
Die Legende und das berühmte Zitat
Sutton wurde zu einer Kultfigur in der amerikanischen Kriminalgeschichte. Das lag zum Teil an seiner Fähigkeit, die öffentliche Fantasie zu beflügeln, aber auch an einem Zitat, das ihm zugeschrieben wurde: Als er gefragt wurde, warum er Banken ausraube, antwortete er angeblich: "Weil dort das Geld ist" ("Because that's where the money is"). Das Zitat wurde weltberühmt, obwohl einige Historiker seine Authentizität anzweifeln.
Nach seiner letzten Verhaftung schrieb Sutton seine Autobiografie. "I, Willie Sutton" wurde 1953 zusammen mit dem Autor Quentin Reynolds veröffentlicht. Jahre später veröffentlichte er ein weiteres Buch: "Where the Money Was" (1976), das er gemeinsam mit Edward Linn verfasste.
Willie Sutton starb 1980 und hinterließ ein Erbe als eine der faszinierendsten Figuren der amerikanischen True Crime-Geschichte. Er war kein Mörder oder Psychopath – er war ein Künstler des Raubes, ein Mann, der Intellekt und Kreativität statt roher Gewalt einsetzte.
