Der Fall Ursula Herrmann: Entführung mit tödlichem Ausgang
Ein 10-jähriges Mädchen wurde 1981 in Bayern entführt und in einer Kiste begraben – erst 29 Jahre später gab es eine Verhaftung

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Die Entführung
Am 15. September 1981 fuhr die 10-jährige Ursula Herrmann mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause in die kleine bayerische Gemeinde Eching, nördlich von München. Doch sie kam nie an. Ihr Fahrrad und ihre Schultasche wurden am Waldrand gefunden, und kurz darauf erhielten ihre Eltern ein Lösegelderpressungsforderung über 2 Millionen D-Mark.
Die Entführer gaben den Eltern genaue Anweisungen, wo das Geld abgelegt werden sollte. Doch die Geldübergabe unter Polizeiüberwachung scheiterte. Die Täter tauchten niemals auf, um das Lösegeld abzuholen, und jegliche Kommunikation brach ab.
Der Fund von Ursula
Nach einer groß angelegten Suche wurde Ursula Herrmann am 3. Oktober 1981 tot aufgefunden – fast drei Wochen nach ihrem Verschwinden. Sie lag in einer Holzkiste begraben im Eglinger Filz, einem Waldgebiet etwa 50 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt.
Die enge Kiste war mit einem Luftschlauch und einem Ventilator ausgestattet, was darauf hindeutete, dass die Entführer ursprünglich vorhatten, sie am Leben zu halten. Die Obduktion ergab, dass Ursula an Erstickung starb, vermutlich weil die Luftzufuhr blockiert wurde oder versagte. Ihr Tod trat wahrscheinlich innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Entführung ein.
Die Ermittlungen kommen zum Stillstand
Trotz massiver Ermittlungen und über 10.000 Hinweisen aus der Bevölkerung führte der Fall zunächst zu keinem Ergebnis. Die Polizei verfügte 1981 nur über begrenzte technische Möglichkeiten, und die Spuren wurden kalt. Die Verjährungsfrist für Mord wurde 2008 aufgehoben, wodurch der Fall juristisch offen blieb.


