Norwegischer Auftragskiller zu 13 Jahren Haft verurteilt
Dag-Ørjan Slåen scheiterte bei zwei Mordanschlägen in Kopenhagen

Dag-Ørjan Slåen scheiterte bei zwei Mordanschlägen in Kopenhagen

Der 36-jährige Norweger Dag-Ørjan Slåen wurde im Februar 2026 vom Stadtgericht Kopenhagen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Slåen als Auftragskiller zwei Mordanschläge auf Personen aus dem dänischen Bandenmilieu verübt hatte.
Obwohl Slåen sich in beiden Fällen schuldig bekannte, gelang es ihm nicht, die tödlichen Aufträge vollständig auszuführen – eine Tatsache, die den vorgesehenen Opfern das Leben rettete. Allerdings nicht ohne schwerwiegende Folgen: Eines der Opfer blieb von der Hüfte abwärts gelähmt.
Einer der beiden Anschläge ereignete sich im September 2025 an einem Kiosk in der Guldstjernevej im Nordwesten Kopenhagens. Bei diesem Versuch versagte Slåens Revolver – eine mechanische Fehlfunktion verhinderte, dass er sein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte.
Gescheiterter Anschlag am Kiosk
Dag-Ørjan Slåen versucht, an einem Kiosk in der Guldstjernevej in Kopenhagen NV einen Mann zu erschießen. Die Waffe versagt aufgrund einer Ladehemmung.
Schüsse auf Amager
Bei einem zweiten Anschlag schießt Slåen in einem Hinterhof auf Amager auf einen 22-Jährigen und verletzt ihn schwer. Das Opfer erleidet eine Querschnittslähmung.
Urteilsverkündung
Das Stadtgericht Kopenhagen verurteilt Dag-Ørjan Slåen zu 13 Jahren Haft wegen zweifachen versuchten Mordes als Auftragskiller. Zusätzlich wird seine Ausweisung angeordnet.
Ob mangelnde Waffenkenntnis oder bloßes Pech den Auftragsmörder scheitern ließen, bleibt unklar. Fest steht jedoch, dass die Ladehemmung dem vorgesehenen Opfer das Leben rettete. Der gescheiterte Angriff führte dennoch zur Verhaftung zweier Tatverdächtiger, darunter Slåen selbst.
Der zweite Anschlag verlief aus Sicht des Täters "erfolgreicher". In einem Hinterhof auf der Kopenhagener Insel Amager schoss Slåen auf sein Opfer und verletzte es schwer. Die Schussverletzungen führten zu einer dauerhaften Querschnittslähmung – das Opfer ist seither von der Hüfte abwärts gelähmt.
Diese Schussverletzung wird das Leben des Betroffenen für immer prägen. Der 22-Jährige, der dem dänischen Gangmilieu zugerechnet wird, überlebte zwar den Anschlag, muss aber mit den schweren körperlichen Folgen leben.
Trotz Slåens Geständnis, als bezahlter Auftragskiller gehandelt zu haben, konnte die Identität des oder der Auftraggeber nicht geklärt werden. Nach Angaben der Ermittler wurde Slåen eine Summe in Höhe von umgerechnet über 600.000 Euro (mehr als acht Millionen isländische Kronen) für die Ausführung der beiden Morde versprochen.
Die Frage nach den Hintermännern bleibt damit offen – ein häufiges Problem in Fällen von Auftragsmorden im organisierten Verbrechen. Häufig nutzen die eigentlichen Drahtzieher Mittelsmänner und verschleiern ihre Spuren durch digitale Kommunikationswege.
Der Fall Slåen ist exemplarisch für die anhaltende Bedrohung durch Auftragsmorde in Skandinavien, insbesondere im Zusammenhang mit Bandenkonflikten. In Dänemark haben solche Fälle in den vergangenen Jahren zugenommen, wobei häufig ausländische Täter angeheuert werden, die keine direkten Verbindungen zu den lokalen Strukturen haben.
Die Folgen sind gravierend: Nicht nur droht den Opfern der Tod oder – wie in diesem Fall – dauerhafte Behinderung. Auch die Täter riskieren einen erheblichen Teil ihres Lebens hinter Gittern. Mit 13 Jahren Haft und anschließender Ausweisung wird Slåen einen beträchtlichen Teil seines Lebens in dänischer Haft verbringen, bevor er nach Norwegen abgeschoben wird.
Das Kopenhagener Stadtgericht verhängte nicht nur eine langjährige Freiheitsstrafe, sondern ordnete auch die Ausweisung Slåens aus Dänemark nach Verbüßung der Strafe an. Diese Maßnahme ist bei schweren Gewaltverbrechen durch ausländische Staatsangehörige in Dänemark üblich.