Pascal Payet — Frankreichs Helikopter-Ausbrecher
Der französische Mörder floh dreimal per Helikopter aus dem Gefängnis

Der französische Mörder floh dreimal per Helikopter aus dem Gefängnis

Pascal Payet wurde am 7. Juli 1963 geboren und sollte einen besonderen Platz in der Kriminalgeschichte einnehmen – nicht wegen seines ursprünglichen Verbrechens, sondern wegen seiner nahezu unmöglichen Gefängnisausbrüche.
Im Jahr 1997 beging Payet einen Mord während eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Werttransport in Frankreich. 1999 wurde er wegen des bei dem Überfall begangenen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Eine Strafe, die sich als nicht ausreichend erweisen sollte, um ihn hinter Gittern zu halten.
Am 12. Oktober 2001 gelang es Payet, seinen ersten Ausbruch aus dem Gefängnis Luynes zu organisieren. Zusammen mit seinem Komplizen Frédéric Impocco entkam er mithilfe eines Helikopters. Es war ein spektakulärer Gefängnisausbruch, der eine ungewöhnliche Ereigniskette in Gang setzen sollte.
Geburt von Pascal Payet
Pascal Payet wird in Frankreich geboren.
Mord bei Raubüberfall
Payet begeht einen Mord während eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Werttransport in Frankreich.
Verurteilung zu 30 Jahren Haft
Pascal Payet wird wegen Mordes bei bewaffnetem Raubüberfall zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.
Erster Helikopter-Ausbruch
Payet entkommt zusammen mit Frédéric Impocco per Helikopter aus dem Gefängnis Luynes.
Zweiter Helikopter-Ausbruch
Payet organisiert erneut einen Helikopter-Ausbruch aus dem Gefängnis Luynes und befreit drei weitere Häftlinge. Diese werden drei Wochen später wieder gefasst.
Dritter Helikopter-Ausbruch
Am französischen Nationalfeiertag flieht Payet zum dritten Mal per Helikopter, diesmal aus dem Gefängnis Grasse. Vier maskierte Männer entführen einen Helikopter vom Flughafen Cannes-Mandelieu.
Europäischer Haftbefehl
Zwei Tage nach dem dritten Ausbruch wird ein europäischer Haftbefehl gegen Payet ausgestellt.
Festnahme in Spanien
Pascal Payet wird in Spanien festgenommen und nach Frankreich zurückgebracht. Seine Strafe wird um 9 Jahre auf insgesamt 39 Jahre verlängert.
Weiterhin inhaftiert
Pascal Payet sitzt noch immer in einem französischen Gefängnis ein. Frankreich hat inzwischen seine Luftsicherheit bei Gefängnissen massiv verstärkt.
Statt ihm eine Lektion zu erteilen, gab ihm der Ausbruch die Inspiration, das Kunststück zu wiederholen.
Am 14. April 2003 organisierte Payet – offenbar aus dem Gefängnis heraus – einen weiteren Helikopter-Ausbruch, diesmal erneut aus dem Gefängnis Luynes. Doch dieses Mal befreite er nicht nur sich selbst, sondern drei weitere Häftlinge: Franck Perletto, Michel Valero und Éric Alboreo. Die drei Männer wurden allerdings bereits drei Wochen später wieder gefasst.
Am 14. Juli 2007 – symbolträchtigerweise am französischen Nationalfeiertag, dem Jahrestag des Sturms auf die Bastille – plante Payet seinen dritten Helikopter-Ausbruch. Diesmal aus dem Gefängnis Grasse. Vier maskierte Männer entführten einen Helikopter vom Flughafen Cannes-Mandelieu und holten ihn aus der Haftanstalt.
Dieser Ausbruch war den Behörden zu viel. Nur zwei Tage nach seiner Flucht wurde ein europäischer Haftbefehl ausgestellt.
Payet hatte nun etwas nahezu Einzigartiges erreicht: Er war der Architekt der meisten Helikopter-Ausbrüche aus einem Gefängnis. Seine wiederholten Fluchten wurden nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern eine nationale Blamage, die das französische Justizvollzugssystem zwang, sein gesamtes Sicherheitsprotokoll zu überdenken.
Dies war dringend notwendig. Dreimal hatte derselbe Mann sich aus staatlichem Gewahrsam befreien können – mithilfe eines Helikopters.
Payet wurde nach seinem dritten Ausbruch in Spanien festgenommen und in das Gefängnis Fleury-Mérogis in Frankreich zurückgebracht. Seine ursprüngliche 30-jährige Strafe wurde um weitere 9 Jahre verlängert – eine Konsequenz seiner wiederholten Ausbrüche.
Stand 2024 sitzt Pascal Payet noch immer in einem französischen Gefängnis ein, wo er nun mit genau jenen Luftsicherheitsmaßnahmen konfrontiert wird, zu deren Aufbau seine eigenen Taten die Behörden zwangen.
Seine Geschichte ist ein einzigartiges Beispiel für das Aufeinandertreffen menschlichen Erfindungsreichtums und institutioneller Schwäche – und wie die Entschlossenheit eines einzelnen Mannes eine ganze Nation dazu zwingen kann, ihre Sicherheitssysteme kostspielig neu zu konzipieren.