Britischer Geschäftsmann muss 8,5 Milliarden zurückzahlen
Sanjay Shah wegen unrechtmäßiger Steuerrückerstattungen in Dänemark verurteilt

Sanjay Shah wegen unrechtmäßiger Steuerrückerstattungen in Dänemark verurteilt

Der britische Geschäftsmann Sanjay Shah wurde vom Gericht im dänischen Glostrup wegen unrechtmäßiger Rückerstattungen von Dividendensteuern schuldig gesprochen. Nach dem Urteil muss der 1969 geborene Brite mehr als 8,5 Milliarden dänische Kronen (umgerechnet etwa 1,14 Milliarden Euro) an den dänischen Staat zurückzahlen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Shah vor, zwischen 2012 und 2015 insgesamt 7,2 Milliarden Kronen durch ein systematisches Steuerbetrug-System erschlichen zu haben. Der Geschäftsmann nutzte dabei sein Unternehmen Solo Capital Partners, um falsche Anträge auf Rückerstattung von Dividendensteuern zu stellen.
Shah selbst verteidigte sein Vorgehen stets mit dem Argument, er habe lediglich eine Gesetzeslücke in der dänischen Steuergesetzgebung ausgenutzt und keinen Betrug begangen. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht.
Beginn des Betrugs
Sanjay Shah startet systematischen Dividendensteuerbetrug über Solo Capital Partners
Aufdeckung des Betrugs
Die dänische Steuerbehörde identifiziert Unregelmäßigkeiten bei den Rückerstattungsanträgen
Flucht nach Dubai
Sanjay Shah nimmt Wohnsitz in Dubai, um sich der Strafverfolgung zu entziehen
Internationale Fahndung
Interpol gibt internationalen Haftbefehl gegen Shah heraus
Festnahme in Dubai
Shah wird festgenommen und nach diplomatischen Verhandlungen an Dänemark ausgeliefert
Untersuchungshaft
Shah wird in Dänemark in Untersuchungshaft genommen bis zur Hauptverhandlung
Urteilsverkündung
Das Gericht in Glostrup verurteilt Shah zu 12 Jahren Haft wegen schwerem Steuerbetrug
Nach jahrelanger Flucht wurde Shah im Dezember 2023 bei seiner Ankunft in Dänemark festgenommen. Zuvor hatte er sich seit 2016 in Dubai aufgehalten, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Erst nach diplomatischen Verhandlungen konnte die dänische Justiz seine Auslieferung erwirken.
Vor Gericht machte der Brite von seinem Schweigerecht Gebrauch und äußerte sich nicht zu den Hauptvorwürfen. Im Januar 2024 wurde er in Untersuchungshaft genommen, wo er bis zur Urteilsverkündung im November 2024 blieb.
Interessanterweise genehmigte ein Gericht in Dubai Shah während des laufenden Verfahrens, sich weiterhin ein Gehalt aus seinem Vermögen auszuzahlen. Dies verdeutlicht die Komplexität des Falls, der sich über mehrere internationale Rechtsräume erstreckte.
Der Fall erregte besondere Aufmerksamkeit durch die gegensätzlichen Urteile in unterschiedlichen Rechtssystemen. Während ein Londoner Gericht Shah in der Hauptsache der Dividendensteuer-Rückerstattungen freisprach, kam das dänische Gericht zu einem völlig anderen Ergebnis.
Diese Diskrepanz wirft Fragen darüber auf, wie verschiedene Rechtssysteme ähnliche Fälle von Wirtschaftskriminalität bewerten und behandeln. Für Shah bedeutet das dänische Urteil jedoch konkret: Er muss nicht nur eine zwölfjährige Haftstrafe verbüßen, sondern auch die erschlichenen Milliardenbeträge zurückerstatten.
Die dänische Steuerbehörde hatte bereits 2015 Unregelmäßigkeiten bei den Rückerstattungsanträgen entdeckt und Ermittlungen eingeleitet. Der Fall gilt als einer der größten Steuerbetrugsdelikte in der dänischen Geschichte und hat zu Änderungen in der Gesetzgebung geführt, um ähnliche Betrugsfälle künftig zu verhindern.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Shah kann Berufung einlegen, was angesichts der Höhe der Rückzahlungsforderung und der langen Haftstrafe als wahrscheinlich gilt.