Joachim Kroll: Der Kannibale von Duisburg

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Quick Facts
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Joachim Kroll wurde am 17. April 1933 in Hindenburg (heute Zabrze, Polen) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die Familie nach Nordrhein-Westfalen über. Kroll galt als geistig zurückgeblieben mit einem IQ von etwa 76 und arbeitete als Toilettenwärter in einer Fabrik in Duisburg. Seine unauffällige, fast kindliche Art ließ niemanden ahnen, dass sich hinter der harmlosen Fassade ein Serienmörder verbarg, der über zwei Jahrzehnte hinweg mordete.
Die Opfer Krolls waren überwiegend Kinder und junge Frauen. Sein erstes bekanntes Opfer war die 19-jährige Irmgard Strehl, die er 1955 in Lüdinghausen ermordete. In den folgenden Jahren tötete er in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets, darunter Essen, Wuppertal und Duisburg. Zu seinen Opfern zählten die vierjährige Marion Ketter, die dreizehnjährige Ursula Rohling und mehrere andere Frauen und Mädchen. Kroll gestand später, Teile seiner Opfer gegessen zu haben, um Geld für Fleisch zu sparen.
Die Mordserie erstreckte sich über 21 Jahre, von 1955 bis 1976. Krolls Vorgehensweise war brutal: Er lockte oder überwältigte seine Opfer, erwürgte sie und verginge sich anschließend an den Leichen. Erschreckend ist, dass während seiner aktiven Zeit mehrere Unschuldige für seine Taten verurteilt wurden. Der Bergmann Walter Quicker wurde fälschlich des Mordes an Petra Giese beschuldigt und beging 1966 Selbstmord. Vinzenz Kuehn saß 15 Jahre unschuldig im Gefängnis für einen Mord, den Kroll begangen hatte.
Die Festnahme erfolgte am 3. Juli 1976 unter bizarren Umständen. Ein Nachbar in Krolls Wohnhaus in der Friesenstraße 24 in Duisburg-Laar bemerkte, dass die Toilette verstopft war. Als ein Klempner nach der Ursache suchte, fand er menschliche Eingeweide in den Rohren. Die alarmierte Polizei durchsuchte Krolls Wohnung und entdeckte in einem Kochtopf auf dem Herd die Hand der vierjährigen Marion Ketter, die am selben Tag verschwunden war. Kroll gestand bereitwillig und führte die Ermittler zu weiteren Tatorten.


