Rudolf Pleil: Der Totmacher aus dem Harz

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Rudolf Pleil wurde am 1. Januar 1924 in Kühndorf, Thüringen, geboren und wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Schon früh zeigte er verhaltensauffällige Züge und wurde mehrfach wegen kleinerer Delikte verhaftet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte er das Chaos der Nachkriegszeit und die Teilung Deutschlands für seine Verbrechen aus. Seine Opfer waren überwiegend Frauen, die aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen fliehen wollten. Viele von ihnen waren verzweifelt und bereit, jedem zu vertrauen, der ihnen sichere Passage versprach.
Zwischen 1946 und 1947 verübte Pleil eine Serie von brutalen Morden im Harzgebiet, insbesondere in der Gegend um Helmstedt und die innerdeutsche Grenze. Er bot sich Flüchtlingen als Schleuser an und führte sie in abgelegene Waldgebiete. Dort erschlug er seine Opfer mit einem Hammer oder Beil, beraubte sie und verscharrte die Leichen. Bei einigen Morden hatte er Komplizen, darunter Karl Hoffmann und Konrad Schüssler, die ebenfalls an den Taten beteiligt waren. Pleil prahlte später damit, insgesamt 25 Menschen getötet zu haben, wobei nur neun Fälle zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten.
Die Ermittlungen gestalteten sich zunächst schwierig, da die Morde in der chaotischen Nachkriegszeit stattfanden und die Behörden beider deutscher Zonen nur eingeschränkt zusammenarbeiteten. Erst als immer mehr Leichen gefunden wurden und Zeugen Pleil mit Vermissten in Verbindung brachten, wurde er 1947 verhaftet. In den Verhören zeigte sich Pleil geständig und äußerst mitteilsam. Er beschrieb seine Taten detailliert und ohne erkennbare Reue. Psychiatrische Gutachter attestierten ihm zwar eine psychopathische Persönlichkeitsstörung, erklärten ihn jedoch für zurechnungsfähig.
Im Jahr 1950 wurde Rudolf Pleil vom Landgericht Braunschweig wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Komplizen Hoffmann und Schüssler erhielten ebenfalls langjährige Freiheitsstrafen. Im Gefängnis verfasste Pleil eine Autobiografie mit dem bezeichnenden Titel "Mein Kampf", in der er seine Taten glorifizierte. Er bezeichnete sich selbst stolz als "bester Totmacher Deutschlands" und schien keinerlei Einsicht zu zeigen. Am 16. Februar 1958 erhängte sich Rudolf Pleil in seiner Zelle im Gefängnis Celle und entzog sich damit einer weiteren Strafverfolgung.


