Paul Ogorzow: Der S-Bahn-Mörder von Berlin

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Paul Ogorzow wurde 1912 in Ostpreußen geboren und zog später nach Berlin, wo er als Hilfsarbeiter bei der Deutschen Reichsbahn tätig war. Der überzeugte Nationalsozialist trat bereits 1931 der NSDAP und 1932 der SA bei. Trotz seiner politischen Loyalität zum Regime führte er ein Doppelleben als einer der brutalsten Serienmörder der deutschen Geschichte. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, die er nachts in der verdunkelten S-Bahn oder in der Nähe seiner Arbeitsstätte am Bahnhof Rummelsburg attackierte.
Die Mordserie begann im September 1940 und erstreckte sich bis Juli 1941. Ogorzow nutzte die kriegsbedingte Verdunkelung Berlins systematisch aus, um Frauen in leeren S-Bahn-Abteilen anzugreifen. Seine Vorgehensweise war brutal: Er schlug seine Opfer mit einem Bleikabel oder stumpfen Gegenständen nieder, vergewaltigte sie und warf sie anschließend aus dem fahrenden Zug. Mindestens acht Frauen starben durch seine Hand, zahlreiche weitere überlebten schwer verletzt. Zu seinen Opfern gehörten Arbeiterinnen, Hausfrauen und junge Frauen, die spätabends von der Arbeit nach Hause fuhren.
Die Ermittlungen gestalteten sich äußerst schwierig, da das NS-Regime jede öffentliche Berichterstattung über die Mordserie unterband. Die Behörden fürchteten Panik in der Bevölkerung und wollten das Bild der sicheren Reichshauptstadt aufrechterhalten. Kriminalkommissar Wilhelm Lüdtke von der Berliner Kriminalpolizei leitete die Ermittlungen und setzte schließlich auf eine systematische Überprüfung aller Reichsbahnangestellten mit Zugang zu den betroffenen Strecken. Die entscheidende Wende kam durch Zeugenaussagen, die einen Mann in Reichsbahnuniform beschrieben.
Im Juli 1941 wurde Paul Ogorzow verhaftet, nachdem sich die Hinweise auf Bahnmitarbeiter verdichteten und er durch sein auffälliges Verhalten gegenüber Kolleginnen aufgefallen war. Im Verhör gestand er zunächst einzelne Taten und schließlich alle acht Morde sowie zahlreiche weitere Überfälle. Die Ermittler waren schockiert, dass ein Parteimitglied und scheinbar unauffälliger Familienvater hinter den Verbrechen steckte. Ogorzow zeigte keinerlei Reue und beschrieb seine Taten mit erschreckender Gleichgültigkeit.


