Jürgen Bartsch: Der Kindermörder aus dem Ruhrgebiet

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Jürgen Bartsch, geboren 1946 als Karl-Heinz Sadrozinski, wurde als Säugling von dem Metzgerehepaar Gertrud und Gerhard Bartsch adoptiert. Seine Kindheit war von extremer emotionaler Kälte, körperlicher Züchtigung und Isolation geprägt. Die Adoptivmutter, die an einer psychischen Erkrankung litt, sperrte ihn oft stundenlang in den Keller und verbot ihm den Kontakt zu Gleichaltrigen. Diese traumatische Erziehung sollte später von Gutachtern als wesentlicher Faktor für seine Entwicklung zum Serientäter bewertet werden.
Die vier Opfer von Jürgen Bartsch waren Klaus Jung (8), Peter Fuchs (13), Ulrich Kahlweiß (12) und Manfred Grassmann (11). Alle Jungen stammten aus Velbert und Langenberg im Ruhrgebiet. Bartsch lockte sie zwischen 1962 und 1966 unter verschiedenen Vorwänden in einen verlassenen Luftschutzbunker bei Langenberg-Neviges. Dort fesselte er die Kinder, missbrauchte sie sexuell und tötete sie auf bestialische Weise. Die Leichen zerstückelte er teilweise und verbarg sie im Stollensystem.
Die Ermittlungen gestalteten sich zunächst schwierig, da die Polizei keinen Zusammenhang zwischen den Vermisstenfällen erkannte. Der Durchbruch kam am 18. Juni 1966, als ein fünftes potenzielles Opfer, der 15-jährige Peter Frese, aus dem Bunker fliehen konnte und die Polizei alarmierte. Bei der Festnahme war Bartsch erst 19 Jahre alt. Im Stollensystem fanden die Ermittler die sterblichen Überreste der vier ermordeten Jungen. Bartsch legte ein umfassendes Geständnis ab und führte die Beamten zu allen Tatorten.
Der Prozess gegen Jürgen Bartsch begann im Dezember 1967 vor dem Landgericht Wuppertal und erregte enormes öffentliches Interesse. Die psychiatrischen Gutachten attestierten ihm eine schwere Persönlichkeitsstörung und verminderte Schuldfähigkeit. Das Gericht verurteilte ihn zunächst zu lebenslanger Haft. Nach einer Revision wurde das Urteil 1971 aufgehoben und Bartsch in einem zweiten Prozess zu einer zehnjährigen Jugendstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt. Er wurde in die Landesklinik Eickelborn eingewiesen.


