17,3 Millionen Dollar aus Geldtransporter-Tresor geraubt
Einer der größten Bargelddiebstähle der USA-Geschichte

Einer der größten Bargelddiebstähle der USA-Geschichte

Am 4. Oktober 1997 ereignete sich in Charlotte, North Carolina einer der spektakulärsten Bankraub-Fälle der amerikanischen Kriminalgeschichte. David Scott Ghantt, Tresorverantwortlicher beim Geldtransportunternehmen Loomis Fargo, orchestrierte einen Raub, der mehr als 20 Menschen involvieren sollte und eine der größten Fahndungsaktionen nach sich zog.
Ghantt blieb nach Feierabend im Gebäude und ließ seine Komplizen in den Hochsicherheitstresor ein. Gemeinsam beluden sie einen firmeneigenen Loomis Fargo-Transporter mit 17,3 Millionen Dollar Bargeld. Etwa 11 Millionen Dollar davon bestanden aus Zwanzig-Dollar-Scheinen – ein Geldhaufen, der über 1,5 Tonnen wog.
Das gestohlene Bargeld wurde zunächst zur Druckerei Reynolds & Reynolds transportiert, wo es auf verschiedene Privatfahrzeuge verteilt wurde. Ghantt selbst nahm lediglich 50.000 Dollar mit – die Höchstsumme, die damals ohne Deklaration über die Grenze gebracht werden durfte.
Der Raub
David Scott Ghantt und seine Komplizen stehlen 17,3 Millionen Dollar aus dem Loomis Fargo-Tresor in Charlotte, North Carolina.
Flucht nach Mexiko
Ghantt flieht mit 50.000 Dollar nach Mexiko und versteckt sich auf einer Insel nahe Cozumel.
Festnahme in Mexiko
Etwa fünf Monate nach dem Raub wird David Ghantt auf der mexikanischen Insel verhaftet.
Verhaftungswelle
Über 20 Personen werden im Zusammenhang mit dem Raub festgenommen. Rund 90 Prozent der Beute wird sichergestellt.
Filmveröffentlichung
Der Hollywood-Film "Masterminds" über den Loomis Fargo-Raub kommt in die Kinos.
Er setzte sich nach Mexiko ab und versteckte sich auf einer Insel vor der Küste nahe Cozumel. Die Flucht währte jedoch nicht lange: Rund fünf Monate nach dem Raubüberfall wurde Ghantt auf der mexikanischen Insel festgenommen.
Die Ermittlungen offenbarten mehrere gravierende Fehler der Tätergruppe. Als die Polizei den verlassenen Loomis Fargo-Transporter fand, befanden sich noch immer etwa 3,3 Millionen Dollar darin. Die Diebe hatten das schiere Volumen und Gewicht der kleinen Geldscheine massiv unterschätzt – die Beute war schlichtweg zu sperrig für einen vollständigen Abtransport.
Loomis Fargo setzte eine Belohnung von 500.000 Dollar für Hinweise aus, die zur Festnahme der Täter führen würden. Diese Prämie und intensive Ermittlungsarbeit führten schließlich dazu, dass über 20 Personen im Zusammenhang mit dem Fall verhaftet wurden.
Unter Ghantts Mittätern befand sich Kelly Campbell, eine ehemalige Kollegin bei Loomis Fargo, mit der er eine Affäre hatte. Weitere zentrale Figuren waren Steven Eugene Chambers, Michelle Chambers, Michael Gobbies und mindestens vier weitere Beteiligte. Das weitverzweigte Netzwerk erwies sich letztlich als Schwachstelle – zu viele Mitwisser erhöhten das Entdeckungsrisiko erheblich.
Bemerkenswert ist, dass die Ermittler etwa 90 Prozent der gestohlenen Gelder sicherstellen konnten. Dies macht den Loomis Fargo-Raub zu einem der spektakulärsten, aber auch erfolglosesten Großraubüberfälle der amerikanischen Kriminalgeschichte.
Der Fall erregte so viel Aufmerksamkeit, dass er 2016 als Vorlage für den Hollywood-Film "Masterminds" diente. Die Verfilmung mit Zach Galifianakis in der Hauptrolle zeichnet die absurden Züge des Verbrechens nach und zeigt, wie eine vermeintlich perfekte Planung an menschlichem Versagen und Größenwahn scheiterte.
Der Loomis Fargo-Raub bleibt ein Paradebeispiel dafür, wie selbst bei Insider-Verbrechen mit professioneller Planung die Gier und mangelnde Erfahrung der Täter zur Aufklärung führen können.