D.B. Cooper: Amerikas berühmteste Flugzeugentführung
Der mysteriöse Fallschirmsprung, der nie aufgeklärt wurde

Der mysteriöse Fallschirmsprung, der nie aufgeklärt wurde

Am 24. November 1971 wurde ein unbekannter Mann zur amerikanischen Legende. Kurz nach 14:50 Uhr nachmittags, als Northwest Orient Airlines Flight 305 vom Flughafen Portland in Oregon in Richtung Seattle im Bundesstaat Washington abhob, wandte er sich an die Flugbegleiterin Florence Schaffner mit einer schockierenden Forderung.
Der Mann stellte sich als Dan Cooper vor. Er behauptete, einen Sprengsatz bei sich zu haben, und zeigte eine Aktentasche, die wie eine Bombe aussah. Seine Forderungen waren spektakulär: 200.000 US-Dollar – ein Betrag, der heute etwa 1,6 Millionen Dollar entspricht – sowie vier Fallschirme.
An Bord der Boeing 727 befanden sich 36 Passagiere. Während der Flugzeugentführung hielt Cooper die Besatzung als Geiseln, behandelte die Passagiere jedoch relativ zivilisiert. Das Flugzeug landete um 17:39 Uhr desselben Tages in Seattle.
Abflug und Entführung
Um 14:50 Uhr hebt Northwest Orient Airlines Flight 305 von Portland ab. Ein Mann namens Dan Cooper zeigt der Flugbegleiterin eine vermeintliche Bombe und fordert 200.000 Dollar sowie vier Fallschirme.
Landung in Seattle
Um 17:39 Uhr landet das Flugzeug in Seattle. Die Behörden liefern das Lösegeld und die Fallschirme. Alle Passagiere werden freigelassen, die Crew bleibt an Bord.
Der Sprung ins Unbekannte
Gegen 20:13 Uhr öffnet Cooper die hintere Tür der Boeing 727 und springt mit dem Geld und einem Fallschirm über Südwest-Washington ab. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.
FBI setzt Spionageflugzeug ein
FBI-Direktor J. Edgar Hoover genehmigt den Einsatz einer SR-71 Blackbird zur Suche nach Cooper. Schlechtes Wetter macht die Suche jedoch erfolglos.
FBI stellt Ermittlungen ein
Nach 45 Jahren aktiver Ermittlungen stellt das FBI die Suche nach D.B. Cooper offiziell ein. Der Fall bleibt bis heute ungeklärt.
Coopers Forderungen wurden erfüllt. Die US-Behörden lieferten das vollständige Lösegeld sowie die vier angeforderten Fallschirme. In Seattle wurden alle zivilen Passagiere freigelassen, doch Cooper behielt die Crew als Sicherheit bei sich.
Anschließend gab Cooper eine neue Anweisung: Das Flugzeug sollte aufgetankt werden und nach Mexico City weiterfliegen, mit einer geplanten Zwischenlandung in Reno, Nevada. Die Maschine hob erneut ab, während die Betankungsinstruktionen aktiv umgesetzt wurden.
Gegen 20:13 Uhr abends geschah das Unfassbare: Cooper öffnete die hintere Tür des Flugzeugs und stürzte sich in die Dunkelheit über dem südwestlichen Washington. Er sprang bei einer Geschwindigkeit von etwa 100 Knoten (ca. 185 km/h) aus einer Höhe von maximal 10.000 Fuß (etwa 3.000 Metern).
Mit dem Lösegeld in der Hand und einem Fallschirm auf dem Rücken verschwand Cooper einfach. Seit diesem Tag weiß niemand, was mit ihm geschehen ist.
Das FBI setzte umfangreiche Ressourcen für die Fahndung nach dem Täter ein. Selbst FBI-Direktor J. Edgar Hoover genehmigte am 6. Dezember 1971 den Einsatz einer SR-71 Blackbird – eines der fortschrittlichsten Spionageflugzeuge der USA – um das Gebiet abzusuchen. Ziel war es, das Lösegeld zu lokalisieren und Coopers Flugroute nachzuvollziehen. Die Suche blieb jedoch aufgrund schlechten Wetters und unzureichender Sichtverhältnisse erfolglos.
D.B. Coopers wahre Identität wurde niemals enthüllt. Die Frage, ob er den Fallschirmsprung über dem undurchdringlichen Wald überlebt hat, beschäftigt Amerikaner seit Jahrzehnten. Einige glauben, er sei beim Sprung ums Leben gekommen. Andere beharren darauf, dass er das perfekte Fluchtscenario geplant hatte und irgendwo versteckt lebt.
Der Fall wurde als "D.B. Cooper" bekannt – ein Fehler, der auf ein journalistisches Missverständnis zurückgeht. Der Mann nannte sich selbst Dan Cooper, doch die Medien gaben ihm den Zusatz "D.B." und die Welt kennt ihn nun als D.B. Cooper – den berühmtesten Flugzeugentführer der Geschichte.
Bis heute ist der Fall ungeklärt. Das FBI stellte die aktiven Ermittlungen 2016 offiziell ein, nachdem man über 45 Jahre lang nach dem mysteriösen Täter gesucht hatte. D.B. Cooper bleibt eine der faszinierendsten ungeklärten Kriminalfälle der amerikanischen Geschichte – ein Mann, der mit Mut, Kalkül und einer gehörigen Portion Glück in die Dunkelheit sprang und nie wieder gesehen wurde.