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Der NSU-Prozess: Beate Zschäpe und die rechte Terrorzelle

Mappe Åbnet: MAY 4, 2026 AT 12:09 AM
NSU-sagen: Beate Zschäpe og Tysklands værste højreekstreme terror
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Hadforbrydelser
Tyskland
mordssag
justitssvigt
domstol
forbud
justitsmordet

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LocationMünchen, Deutschland

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) gilt als die gefährlichste rechtsextreme Terrorgruppe der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Zentrum des Prozesses stand Beate Zschäpe, geboren 1975 in Jena, die zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt das Kerntrio der Terrorzelle bildete. Zschäpe wuchs in schwierigen Verhältnissen in der DDR auf und radikalisierte sich in den 1990er Jahren in der rechtsextremen Szene Thüringens. Dort lernte sie Mundlos und Böhnhardt kennen, mit denen sie eine Wohngemeinschaft gründete und später in den Untergrund abtauchte.

Zwischen 2000 und 2007 ermordete der NSU zehn Menschen: neun Männer mit Migrationshintergrund und eine Polizistin. Die Opfer waren Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter. Die Morde wurden zunächst nicht als zusammenhängende Tatserie erkannt. Die Ermittler verdächtigten stattdessen die Familien der Opfer und das organisierte Verbrechen, was später als schweres Versagen der Behörden kritisiert wurde.

Die Terrorzelle flog erst 2011 auf, als Mundlos und Böhnhardt nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach tot aufgefunden wurden. Die Polizei geht von einem erweiterten Suizid aus. Zschäpe setzte daraufhin die gemeinsame Wohnung in Zwickau in Brand und verschickte Bekenner-DVDs an verschiedene Medien und Institutionen. Wenige Tage später stellte sie sich der Polizei. Die Brandstiftung sollte offensichtlich Beweise vernichten, führte aber zur Entdeckung der sogenannten Česká-Pistole, mit der die meisten Morde verübt worden waren.

Der Prozess gegen Zschäpe und vier Mitangeklagte begann im Mai 2013 vor dem Oberlandesgericht München und dauerte über fünf Jahre. Es war eines der längsten und aufwendigsten Strafverfahren der deutschen Rechtsgeschichte. Die Bundesanwaltschaft klagte Zschäpe als Mittäterin an, obwohl sie nachweislich bei keinem der Morde selbst vor Ort war. Die Anklage argumentierte, dass sie durch ihre Rolle als Tarnung und Logistikerin die Taten erst ermöglicht habe. Zschäpe schwieg jahrelang, bevor sie 2015 erstmals aussagte und ihre Beteiligung bestritt.

cybersikkerhed
mordsager
magtmisbrug
hvidvaskning
Sagsstatus
Løst
Sted
München, Deutschland

Im Juli 2018 verkündete das Gericht das Urteil: Beate Zschäpe wurde wegen zehnfachen Mordes, versuchten Mordes in 32 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Dies bedeutet, dass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen ist. Die Mitangeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und zehn Jahren.

Der NSU-Komplex erschütterte das Vertrauen in die deutschen Sicherheitsbehörden nachhaltig. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse deckten schwere Versäumnisse bei Polizei und Verfassungsschutz auf. Die Vernichtung von Akten und die Rolle von V-Leuten bleiben bis heute umstritten. Für die Angehörigen der Opfer war der Prozess nur ein teilweiser Abschluss – viele Fragen zu den Netzwerken und Unterstützern des NSU sind nach wie vor unbeantwortet.

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Susanne Sperling

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Im Juli 2018 verkündete das Gericht das Urteil: Beate Zschäpe wurde wegen zehnfachen Mordes, versuchten Mordes in 32 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Dies bedeutet, dass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen ist. Die Mitangeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und zehn Jahren.

Der NSU-Komplex erschütterte das Vertrauen in die deutschen Sicherheitsbehörden nachhaltig. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse deckten schwere Versäumnisse bei Polizei und Verfassungsschutz auf. Die Vernichtung von Akten und die Rolle von V-Leuten bleiben bis heute umstritten. Für die Angehörigen der Opfer war der Prozess nur ein teilweiser Abschluss – viele Fragen zu den Netzwerken und Unterstützern des NSU sind nach wie vor unbeantwortet.

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