Plymouth 1962: 1,5 Millionen Dollar in falscher Polizeiuniform
Postraub in Massachusetts wurde nie aufgeklärt

Postraub in Massachusetts wurde nie aufgeklärt

Am 26. April 1962 wurde eine Routinefahrt zweier Postangestellter auf der Route 3 in Plymouth, Massachusetts, zum Alptraum. Eine Gruppe von Tätern in gefälschten Polizeiuniformen stoppte den Posttransporter und erbeutete 1,5 Millionen Dollar – Geld, das nie wieder auftauchte.
Patrick Schena und William Barrett, beide Postangestellte, wurden zu Boden gezwungen und gefesselt, während die Täter ihre Ladung stahlen. 127 Postsäcke gefüllt mit druckfrischen Ein- und Fünf-Dollar-Scheinen wurden in ein anderes Fahrzeug verladen und abtransportiert.
Das Geld stammte aus der Touristensaison auf Cape Cod und sollte in der Region verteilt werden. Der Gesamtwert wurde auf etwa 1,5 Millionen Dollar geschätzt – nach heutiger Kaufkraft ein Vielfaches davon.
Postraub auf Route 3
Unbekannte Täter in falschen Polizeiuniformen stoppen einen Posttransporter in Plymouth, Massachusetts, fesseln die beiden Postangestellten Patrick Schena und William Barrett und stehlen 127 Postsäcke mit 1,5 Millionen Dollar in neuen Geldscheinen.
Ermittlungen beginnen
Behörden starten umfangreiche Ermittlungen zum Postraub, kommen jedoch zu keinen verwertbaren Ergebnissen. Keine Verdächtigen werden identifiziert.
Mafia-Verbindung wird bekannt
Jahre später behauptet Vincent Teresa, ein Mitglied der Patriarca-Familie aus Boston, dass die organisierte Kriminalität den Überfall finanziert und einen Großteil der Beute erhalten habe. Beweise dafür fehlen.
Die Details des Überfalls deuten auf einen professionell geplanten Raubüberfall hin. Die Täter kannten offensichtlich die Route – wo der Transporter sein würde, wann er fahren würde und was er transportierte. Einer der Wachleute, William Barrett, bemerkte später, dass die Stimme eines der Täter geübt klang – als hätte der Mann seine Anweisungen vorher einstudiert.
Doch trotz der offensichtlichen Professionalität kam die Ermittlung nicht voran. Niemand wurde angeklagt, niemand verurteilt. Der Fall blieb offen.
Jahrzehnte später tauchte ein Name im Zusammenhang mit dem Raub auf: Vincent Teresa, ein bekannter Mobster der Patriarca-Familie in Boston. In seinen Memoiren behauptete Teresa, dass die Patriarca-Familie den Überfall finanziert hatte – im Gegenzug für einen erheblichen Anteil an der Beute.
Falls Teresas Behauptung zutrifft, wäre dies nicht die Tat frischgebackener Räuber gewesen, sondern ein gezielter Schritt im Aufbau eines organisierte Kriminalität-Imperiums. Doch bewiesen wurde es nie – und strafrechtlich verfolgt ebenso wenig.
Unabhängig von der Finanzierungsquelle oder der Identität der Täter: Die etwa 1,5 Millionen Dollar wurden nie wiedergefunden. Die neuen Geldscheine verschwanden vollständig. Ebenso die Täter.
Der Postraub von Plymouth aus dem Jahr 1962 gilt heute als klassisches Beispiel für ein perfekt ausgeführtes Verbrechen ohne Gerechtigkeit. Zwei Postangestellte wurden gefesselt, ein Transporter geplündert – und das amerikanische Justizsystem hatte keine Antworten.
**[Hinweis: Namen der ermittelnden Polizeibehörden, Namen eventueller Verdächtiger oder Details zu Ermittlungstaktiken fehlen in den verfügbaren Quellen]**